Flöttl soll mit falschen Unterlagen die Gewerkschaftsbank getäuscht haben

Gefallener Investment-Star. Wolfgang Flöttl, Sohn von Elsners Vorgänger an der Bawag-Spitze, war bislang der lachende Dritte des Monsterprozesses. Zwar legte er ein Teilgeständnis ab und wurde zu zweieinhalb Jahren Haft, davon 20 Monate auf Bewährung, verurteilt. Er legte allerdings Berufung ein und verbrachte bislang keinen Tag im Gefängnis.

Sein Schuldspruch wegen Beihilfe zur Untreue wurde vor einem Jahr in drei Teilbereichen aufgehoben. Die Staatsanwaltschaft hält die Anklage bezüglich eines Schadens von ingesamt rund 80 Millionen Euro aufrecht und will Flöttl Vorsatz bei seinen Untreuehandlungen nachweisen. Helmut Elsner will mit nun eingebrachten Dokumenten und Urkunden eine Ausweitung der Anklage gegen Flöttl wegen Betrugs erreichen.

Tatsächlich konnte Flöttl im ersten Bawag-Verfahren die angeblichen Millionenverluste nur unzureichend erklären – er berief sich dabei auf Computerabstürze. Sein Anwalt Herbert Eichenseder plädiert dennoch auf Freispruch. Flöttl lebt in den USA, wo er und seine Frau Anne Eisenhower umfangreiche Vermögenswerte besitzen. In Bratislava betreibt er die Firma SK Business Advisory, die mit Offshore-Finanzgeschäften auf den British Virgin Islands in Zusammenhang steht.

Elsner lanciert neue Vorwürfe gegen Flöttl

Die erneute Anklage gegen Wolfgang Flöttl ist nicht das einzige Ungemach, das ihm drohen könnte. Ex-General Helmut Elsner lanciert jetzt neue Vorwürfe, die den Investmentbanker in die Nähe von Betrugsvorwürfen bringen könnten. Die belastenden Unterlagen stellt Elsner auch der Staatsanwaltschaft zur Verfügung. FORMAT hält fest, dass für Flöttl die Unschuldsvermutung gilt.

Konkret geht es darum, zu zeigen, dass Wolfgang Flöttl schon bei der Asienkrise 1997 gewaltige Verluste beim FUS-Brokerhaus Refco verursachte. Dabei verlor er nicht nur Geld, das er für die Bawag über Refco veranlagt hatte, sondern riss auch Löcher in die Refco-Bilanzen. Die US-Staatsanwaltschaft spricht von insgesamt 300 Millionen Verlust, die Refco-Kunden, darunter die Flöttl-Firma Ross Capital, verursachten.

Der Hintergrund: Refco hatte Flöttl auf Kredit spekulieren lassen – als das Geld weg war, wollte er den Kredit nicht zurückzahlen. Dies, obwohl er bei anderen Brokern noch Vermögenswerte von 600 Mio. Dollar hatte. Auffällig: Im Bawag-Prozess legte er Urkunden vor, aus denen die Verluste bei Refco nicht hervorgingen. Flöttl hatte auch der Bawag selbst von November 1997 bis September 1998 ebendiese Urkunden vorgelegt. Laut Flöttl kam es aber erst im Oktober 1998 zum Totalverlust.

Elsner leitet daraus ab: Da das Refco-Minus 1997 aber zwangsläufig in den an die Bawag gesandten Wertbestätigungen hätte berücksichtigt werden müssen, ergibt sich, dass die von Flöttl veranlassten Refco-Bestätigungen falsch waren. Für Elsner war der ermittelnde Staatsanwalt Georg Krakow nicht ausreichend an Aufklärung interessiert, und er wundert sich zudem, dass er Unterlagen bekommt, die Staatsanwalt Krakow von seinen Ermittlungen in New York hätte mitbringen sollen.

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