EXKLUSIV: Die Meinl Bank zeigt Karl-Heinz Grasser wegen Geldwäsche an.

Die Meinl Bank hat Karl-Heinz Grasser bei der Polizei wegen Geldwäsche angezeigt. Ein Brief der KHG-Schwiegermutter an die Finanz löste die Verdachtsmeldung aus. Im Zentrum stehen dubiose Bargeldtransporte und die fragwürdige Briefkastenfirma Ferint.

Sie waren die besten Freunde: Karl-Heinz Grasser und Julius Meinl. Der Finanzminister und der Banker. Wenn der publicityfreudige „Mister Nulldefizit“ den öffentlichkeitsscheuen „Fünfer“ traf, wurde immer viel gelacht. Der gemeinsame Freund Thomas Prinzhorn brachte sie vor fast zehn Jahren zusammen. „Bei einem Abendessen“, erinnert sich Meinl. „Seit dieser Zeit haben wir uns gelegentlich privat getroffen, und er hat mich auch des Öfteren bei allgemeinen wirtschaftlichen Themen um meinen Rat gefragt.“ Der berühmt-berüchtigte Yachtausflug mit KHG und Wolfgang Flöttl im Sommer 2005 war jedenfalls keine Ausnahme. „Es gab hin und wieder Einladungen meinerseits in meinem Anwesen in der Steiermark.“

Die Schilderungen stammen aus einem FORMAT exklusiv vorliegenden Protokoll der Meinl-Einvernahme vom 30. November 2010. Damals wurde der 52-jährige Meinl-Clanchef von zwei Beamten des Bundeskriminalamts in der Causa Buwog verhört – konkret: „Zur vernehmungsrelevanten Geschäftsbeziehung zwischen Meinl Bank mit der Ferint AG, Marina Giori-Lhota und Karl-Heinz Grasser.“ Im zwei Stunden dauernden Polizeiverhör stellte Meinl klar: „Mein Verhältnis zu Grasser möchte ich als freundschaftlich professionell definieren.“

Wirbel im Bundeskriminalamt

Das war einmal. Fünf Jahre nach Ausbruch der Meinl-Affäre rund um die börsennotierten Gesellschaften MAI, MEL und MIP ist von der Männerfreundschaft wenig übrig. Der Skandalbanker trifft den Skandalminister kaum. Die Stimmung ist – gelinde gesagt – unterkühlt.

Ein neuer Tiefpunkt der Grasser-Meinl-Beziehung wurde laut exklusiven FORMAT-Informationen vor wenigen Tagen erreicht. Kurz nach Frühlingsbeginn zeigte die Meinl Bank ihren langjährigen Kunden Karl-Heinz Grasser bei der Geldwäschemeldestelle im Innenministerium an. Ein Zund, der im Bundeskriminalamt am Wiener Josef-Holaubek-Platz rasch die Runde machte. Thomas Huemer, Pressesprecher der Meinl Bank: „Zu Kundenbeziehungen geben wir grundsätzlich keine Stellungnahme ab.“

Ausgelöst wurde die Meinl-Anzeige durch ein Schreiben von Grassers Schwiegermutter Marina Giori-Lhota an die Großbetriebsprüfung Innsbruck. Zitat aus der Verdachtsmeldung der Meinl Bank: „Aufgrund dieser Informationen ist auch unklar, aus welchen Quellen der auf das Konto der Ferint AG bar eingezahlte Betrag von 500.000 Euro stammt. Es besteht Unklarheit, ob der wirtschaftlich Berechtigte, wie aus Kontounterlagen ersichtlich, Frau Marina Giori-Lhota oder Karl-Heinz Grasser ist.“

LESEN SIE MEHR IM AKTUELLEN FORMAT Nr. 13/2012

- Ashwien Sankholkar

Industrie 4.0 und das flexiblere Arbeiten: Die Vorzüge der Automatisierung kommen mit verbesserter Kommunikation zwischen Maschinen noch besser zum Einsatz.
 

Business

Wegbereiter einer neuen Industrie

Boom oder Crash? Unternehmen brechen durch die Kämpfe in der Ukraine und im Nahen Osten Exportmärkte weg. In Österreich macht sich die Sorge vor einer neuen Krise breit.
 

Business

Comeback der Krise?

Innovationskraft: Forschung und Entwicklung sind die Grundlage des Erfolgs der heimischen Industriebetriebe.
 

Business

Innovation - der wichtigste Rohstoff