Erste-Chef Andreas Treichl unter Druck

Jetzt ist auch Erste-Chef Treichl ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten und muss um seinen Bonus zittern.

Dass ein Großputz nicht nur angenehme Folgen hat, das weiß Erste-Group-Chef Andreas Treichl spätestens seit dieser Woche. Wurde seine Aktion, Tabula rasa in der Bilanz zu machen, anfangs noch von vielen bejubelt, überwiegt heute die Kritik. Wie FORMAT vorab berichtet hat, ermittelt die Finanzmarktaufsicht (FMA) gegen Treichl persönlich wegen des Verdachts auf Marktmanipulation und Verletzung von Ad-hoc-Bestimmungen. Gleichzeitig ermitteln die Aufseher gegen sein Institut wegen Verletzung des Bankwesengesetzes und des Rechnungslegungsgesetzes in Zusammenhang mit der jüngst vorgenommenen Umbewertung des CDS(Credit Default Swap)-Portfolios.

Doch damit noch nicht genug. Seit Ende letzter Woche liegt auch bei der Staatsanwaltschaft Wien eine Anzeige gegen den Chef der Erste Group. Der Vorwurf: Bilanzfälschung. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft bestätigte den Eingang der Anzeige. Man wolle diese jetzt prüfen, ein formales Ermittlungsverfahren sei aber nicht eingeleitet worden.

Auch der Vorwurf der Bilanzfälschung ist in Zusammenhang mit dem CDS-Portfolio der Bank zu sehen. Experten wurden von der Größe und der eigentümlichen Bewertung der Kreditversicherungen überrascht. Erste-Aufsichtsrat und Anlegerschützer Wilhelm Rasinger sieht hier kein Versagen des Managements, denn: „Wir haben uns auf das Urteil des Wirtschaftsprüfers verlassen, dass die Bilanzierung so okay geht.“

Der angesprochene Wirtschaftsprüfer Ernst & Young will sich zum konkreten Fall nicht äußern, hält aber fest: „Die internationalen Rechnungslegungs-Standards gestatten unterschiedliche Darstellungsweisen für CDS.“

Dennoch will der Erste-Aufsichtsrat in einer seiner nächsten Sitzungen den Wirtschaftsprüfern noch einmal gründlich auf den Zahn fühlen. Und auch die in den letzten Jahren erfolgten Bonifikationen an das Management sollen im Kontrollgremium zur Sprache gebracht werden: „Man wird sich ansehen, ob die gewinnabhängigen Boni angesichts der revidierten Zahlen überhaupt noch gerechtfertigt sind“, sagt auch Rasinger. In der Erste Group will man prüfen, ob hier für das Jahr 2010 Handlungsbedarf besteht. „Da die Bilanzanpassung noch nicht passiert ist, konnte noch keine Entscheidung gefällt werden. Dafür müssen wir uns das Ergebnis ansehen“, sagt Erste-Sprecher Michael Mauritz.

- AKRA

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