Ermittlungen gegen Aliyev-Bank

Die Banker der auf Diskretion bedachten Zürcher Kantonalbank dürften ihren im Februar getätigten Zukauf der Salzburger Privatinvest Bank mittlerweile bereits bereuen. Anfang Juli wurde bekannt, dass die Staatsanwaltschaft in den Räumen der Salzburger und Wiener Niederlassung der Privatbank Hausdurchsuchungen wegen des Verdachts auf Betrug und Steuerhinterziehung durchführen hat lassen.

Nun wird immer wahrscheinlicher, dass die vermuteten Malversationen in der Bank über Jahre hindurch System hatten und keinem Einzeltäter anzulasten sind.

Fingierte Konten

Wie die Staatsanwaltschaft Wien bestätigt, wird gegen die Bank jetzt direkt nach Unternehmensstrafrecht ermittelt. Auch die FORMAT vorliegenden Informationen gehen in diese Richtung: Der beschuldigte Ex-Mitarbeiter der Bank spricht gegenüber den Ermittlern von der weit verbreiteten Praxis des Anfertigens und Benutzens fingierter Konten. Dafür seien Reisepasskopien von alten Kunden oder auch Verwandten von Bankmitarbeitern verwendet worden. Auch die verspätete Wertpapiertransaktionseingabe um bis zu drei Tage sei gang und gäbe gewesen. Auch die Vorstände, so der Beschuldigte in seinen Aussagen, seien stets über die Transaktionen informiert gewesen. Über Jahre hindurch bescherte das den Kunden der Bank und ihr selbst schöne Gewinne.

Zu diesen Kunden zählte zwischen 2005 und 2007 auch Rakhat Aliyev, der ehemalige kasachische Vize-Außenminister und Botschafter in Wien, gegen den ein internationaler Haftbefehl läuft. Aliyev transferierte über sein Konto bei der Privatinvest in diesen knapp zwei Jahren rund 100 Millionen Euro. Dabei handelte es sich auch um sehr große Beträge, wie aus den Aufzeichnungen der Bank hervorgeht, in die FORMAT Einblick nehmen konnte. Geld wurde aus der Schweiz, dem Libanon und aus Kasachstan über das Privatinvest-Konto als Hauptdrehscheibe überall in die Welt transferiert. Eine Anzeige wegen Geldwäscheverdachts durch die Bank gab es aber nie, obwohl dies nach Bankwesengesetz passieren hätte müssen.

Erst einen Tag nach Aliyevs Abberufung, dem 30. Mai 2007, zog die Bank die Reißleine und beanstandete eine 12-Millionen-Euro-Überweisung des Kasachen bei den Behörden. Die Untersuchung wegen Geldwäscheverdachts blieb damals allerdings ergebnislos. Nun könnte dieses Verfahren allerdings neu aufgerollt werden.

Die Zürcher Kantonalbank, die in der Schweiz nun einen Imageverlust zu befürchten hat, hat sich beim Kauf der Privatinvest wenigstens gegen weitere Schadenersatzforderungen abgesichert. Zuletzt erzielte die Bank einen Jahresverlust von 650.000 Euro.

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