Erde 2.0: Astronomen haben 'neue Erde' entdeckt

600 Lichtjahre von der Erde entfernt haben Astronomen mithilfe des amerikanischen Kepler-Weltraumteleskops einen Planeten entdeckt, auf dem Leben möglich wäre. Ist Kepler-22b die neue Erde?

Unsere potenzielle neue Heimat liegt nicht gerade um die Ecke. Stolze 600 Lichtjahre ist Kepler-22b von der Erde entfernt. Das sind beachtliche 5.676.000.000.000.000 Kilometer. Mit heutiger Weltraumtechnik – eine Saturn-V-Trägerrakete beschleunigt auf maximal 40.000 km/h – würde es stolze 16.200.000 Jahre dauern, bis ein irdisches Raumschiff auf der Erde 2.0 landen könnte. Die Nachfahren von Neil Armstrong würden auf der Oberfläche des Exoplaneten angenehme 22 ° Celsius Durchschnittstemperatur vorfinden. „Und vielleicht einen Haufen Steine ohne Atmosphäre“, rückt Thomas Posch vom astronomischen Institut der Universität Wien mögliche Auswanderungspläne wieder zurecht.

Oder die Reisenden landen wirklich auf einer zweiten Erde, denn Kepler-22b liegt in der sogenannten bewohnbaren Zone seines Sterns. Das ist jene Distanz zum leuchtenden, energiespendenden Zentralgestirn, in der flüssiges Wasser auf der Planetenoberfläche möglich wäre. So es denn dort flüssiges Wasser gibt. Posch: „Auch Venus oder Mars liegen in unserem Sonnensystem noch in der bewohnbaren Zone, bieten aber nicht wirklich lebensfreundliche Bedingungen.“ Für Kepler- 22b spricht, dass er im Gegensatz zu den zahlreichen der inzwischen über 700 entdeckten Exoplaneten der kleinste ist, der je in der Umlaufbahn eines Sterns entdeckt wurde. Bislang wurden mithilfe des Weltraumteleskops Kepler in Kombination mit erdgebundenen Riesenteleskopen vor allem Gasplaneten entdeckt, denen Wissenschaftler jede Fähigkeit absprechen, Leben zu beherbergen. Der Radius von Kepler-22b beträgt gerade mal das 2,4- fache des Erdradius. Für das Kepler-Team der NASA nahezu Idealmaße für erdähnliche Bedingungen. „Die Entdeckung von Kepler-22b ist ein Meilenstein auf der Suche nach erdähnlichen Planeten“, jubelte daher William Borucki, Forschungschef des Kepler-Programms. Entdeckt wurde Kepler-22b schon vor drei Jahren, doch die Wissenschaftler haben drei Umkreisungen des Exoplaneten um seinen Stern abgewartet, bevor sie mit ihren Ergebnissen an die Öffentlichkeit gegangen sind. Ein Kepler- 22b-Jahr dauert übrigens 290 Erdentage. Damit ist Kepler-22b der erste von 54 vom Weltraumteleskop inzwischen entdeckten Planeten-Kandidaten in der „bewohnbaren Zone“ ihrer Sterne, dessen Existenz zweifelsfrei nachgewiesen werden konnte.

Gutes Marketing

Die Präsentation der „neuen“ Erde passierte nicht zufällig Anfang Dezember. Die Kepler-Mission der NASA nähert sich ihrem Ende, und für ihre Fortsetzung sind 200 Millionen Dollar nötig. Geld, das gut angelegt ist, denn der sprunghafte Anstieg der für bewohnbar geltenden Planetenkandidaten ist ein Verdienst der einzigartigen Kombination von Forschungsdaten aus erdgebundenen Teleskopen und dem Weltraumteleskop. Posch: „Zuerst werden von erdgebundenen Riesenteleskopen potenzielle Sterne ausgemacht, die dann durch das Weltraumteleskop näher untersucht werden.“ Der Sternengucker im All hat den Vorteil, ohne atmosphärische Störungen glasklare Sicht auf die fernen Welten zu ermöglichen.

In spätestens zehn Jahren soll auch mit dem Rätselraten um Atmosphären und eventuelles Leben auf den Exoplaneten Schluss sein. Dann soll das Extremely Large Telescope (ELT) in Chile, an dem auch Österreich beteiligt ist, mithilfe seines mit 39 Meter Durchmesser riesigen Spiegels E. T. ins Wohnzimmer blicken. Posch: „Durch die dann vorliegenden Messdaten können wir Atmosphären, aber auch die Existenz von Organismen oder Zivilisationen auf den Exoplaneten nachweisen.“

– Christian Neuhold

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