Einst verehrt, jetzt verstoßen: Freimaurer schließen Hochegger aus

Eine mit der Aufarbeitung der Hochegger-Causa beauftragte interne Arbeitsgruppe suspendiert den Lobbyisten.

Peter Hochegger hatte nie viele echte Freunde. Daraus machte er auch kein Geheimnis. Im engen Kreis sagte er einmal, dass ihm schillernde Events mit Politikern und Wirtschaftsbonzen wenig bedeuten würden. Umso mehr liege ihm an den regelmäßigen Treffen seiner Freimaurerloge. Dort komme er zur Ruhe und könne Kraft tanken. Doch Hocheggers geschätzte Treffen im Kreis der „spirituellen Gemeinschaft“, so die Eigendefinition des mächtigen Bundes, finden schon seit Monaten nicht mehr statt. Der Grund dafür sind umfassende Ermittlungen, die die Freimaurer gegen den zu zweifelhaftem Ruhm gelangten Hochegger intern einleiten ließen.

Suspendiert

Eine eigene Freimaurer-Taskforce wurde laut FORMAT-Recherchen beauftragt, die Deals des früheren Starlobbyisten unter die Lupe zu nehmen. Das Ergebnis der internen Untersuchung: Peter Hochegger, verwickelt in Skandale rund um Telekom und Buwog, wurde vor kurzem aus dem österreichweit rund 3.000 Mitglieder zählenden Bund ausgeschlossen. Man könne sich „einen wie Hochegger“ nicht leisten, er würde dem Image der ehrwürdigen Institution massiv schaden, argumentiert ein Insider den Rauswurf des 62-Jährigen. Auf Anfrage sagt Nikolaus Schwärzler, Großmeister der Großloge Österreich und Sprachrohr der Freimaurer, diskret: „Der Umgang mit Brüdern ist die Angelegenheit der jeweiligen Loge.“

Wie es heißt, sei der Rausschmiss Hocheggers auch ein Indiz dafür, dass er von der Justiz nichts Gutes zu erwarten habe, zumal ihn jetzt nicht einmal mehr der mächtige Freimaurerbund schützen würde.

Die „Gemeinschaft“ mit Hauptsitz in der Wiener Rauhensteingasse 3 hatte in der jüngsten Vergangenheit mehrfach Scherereien mit ihren Schäfchen, darunter prominente Manager, die ebenfalls ins Visier der Justiz gerieten, wenig später in Ungnade fielen und ausgeschlossen wurden. Doch darüber sprechen die Freimaurer nicht gern. Lieber rühmt man sich mit prominenten Aushängeschildern wie Musikergröße Wolfgang Amadeus Mozart, Staatsmann Winston Churchill oder mit US-Präsidenten wie George Washington und Gerald Ford. „Über lebende Mitglieder spricht man eben nicht“, erklärt ein Insider.

Hochegger wird statt auf den Treffen mit seinen „Brüdern“ Kraft und Ruhe künftig wohl anderswo suchen müssen.

– Silvia Jelincic

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