Do-&-Co-Boss Attila Dogudan über den Börsengang in Istanbul & Expansionspläne

Do-&-Co-Boss Attila Dogudan über den Börsengang in Istanbul, Expansionspläne und Vorbild Didi Mateschitz.

FORMAT: Herr Dogudan, Sie sind gerade auf Roadshow. Wie läuft’s?

Attila Dogudan: Das Interesse der Investoren ist sehr groß. Wir haben bis zu acht One-on-Ones pro Tag. Unsere Börsenstory können wir mittlerweile auswendig.

FORMAT: Was interessiert potenzielle Investoren am meisten?

Dogudan: Warum Do & Co besser oder schlechter als der Mitbewerb ist, wie stark uns die Situation der Airlines beeinflusst und vor allem, warum wir so wenig Schulden haben. Wir machen ihnen dann klar, dass unser Business-Modell wirklich sehr gut ist, weil es einen Mehrwert für alle bietet. Im Zentrum der Story steht unser Schlüsselthema: Wir kochen. Darin haben wir die größte Kompetenz, und wir liefern den besten Geschmack.

FORMAT: Jetzt bin ich auch bald so weit, die Aktie zu kaufen. Kann ich das als österreichischer Privataktionär auch?

Dogudan: Ja, auch österreichische Investoren können bei der Kapitalerhöhung mitmachen, allerdings gibt es kein eigenes Offering in Österreich.

FORMAT: Warum gehen Sie in Istanbul an die Börse?

Dogudan: Das hat zwei Gründe: Der Markt in Wien ist zu illiquid, und außerdem ist die Türkei ein Wachstumsmarkt. Aktien, die in Istanbul notieren, werden auch von Emerging-Markets-Fonds berücksichtigt.

FORMAT: Wissen Sie schon, was Sie mit den 40 Millionen Euro machen, die Sie bei dem Börsengang in Istanbul erlösen wollen?

Dogudan: Wir werden das Geld für Akquisitionen benötigen, denn wir sind ja völlig schuldenfrei. Wir haben sogar noch 60 Millionen Euro Cash. Aber mit einer derartigen Kapitalausstattung kann man natürlich auch Verbindlichkeiten in ordentlicher Höhe aufnehmen. Das heißt, wir können wirklich große Zukäufe tätigen.

FORMAT: Haben Sie da schon etwas im Auge?

Dogudan: Wenn es so wäre, könnte ich es nicht sagen. Jedenfalls kein Bauunternehmen (lacht). Momentan sind wir noch die Kleinsten der Weltgrößten. Mit einem entsprechenden Zukauf könnten wir unseren Umsatz verdoppeln und würden dann Richtung Milliarde gehen. Dann wären wir sicher nicht mehr die Kleinsten.

FORMAT: Und das wollen Sie, Herr über ein Milliarden-Unternehmen sein?

Dogudan: Wer nicht?

FORMAT: In welchen Segmenten rechnen Sie für die nächsten Jahren mit den größten Zuwächsen?

Dogudan: Im Airline-Business, aber auch im Retail-Bereich, mit dem wir kürzlich in Wien (Anm.: Henry) gestartet sind. Er hat sich sehr vielversprechend entwickelt. Hier sehe ich extrem großes Potenzial.

FORMAT: Haben Sie mit Henry schon konkrete Pläne?

Dogudan: Ich kann mir vorstellen, dass wir im nächsten Halbjahr bereits zehn Standorte in Wien haben. Aber auch für andere Städte denken wir über Eröffnungen nach.

FORMAT: Letztes Wochenende haben Sie beim Grand Prix in Abu Dhabi 18.000 VIP-Gäste serviciert. Was für Ziele im Event-Bereich haben Sie noch?

Dogudan: 19.000 VIP-Gäste zu servicieren.

FORMAT: Wie sehen Sie den Erfolg von Red Bull?

Dogudan: Der Erfolg hat einen einfachen Schlüssel: Didi Mateschitz. Er ist mein ganz großes Vorbild.

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