Die Schwechater Schmutzkübelkampagnen
von PR-Berater Peter Hochegger

Wie der Lobbyist Peter Hochegger mit „verdeckter Kommunikation“ seit 2004 den Flughafen-Vorstand im Sattel hielt.

Nur ausgewählten Kunden diente der PR-Berater Peter Hochegger als exklusiver Reputation Manager. Herbert Kaufmann nahm dieses Spezialservice gerne in Anspruch. Als Chef des Flughafens Wien galt sein Image schon immer als ramponiert. Bereits 2003, also lange vor dem Skylink-Desaster, musste er um seinen Job bangen. Hocheggers Einsatz war es zu verdanken, dass Kaufmann sich bis 2011 im Sattel hielt.

Doch wie schaffte Hochegger es, Kaufmann so lange zu halten? Eine Erklärung liefert ein FORMAT exklusiv vorliegender „Masterplan zur nachhaltigen Sicherung des Wirtschaftsstandorts Flughafen Wien“ von 2004, der bei Hochegger-Razzien sichergestellt wurde.

Bei dem Dokument handelt es sich aber nicht um ein 08/15-Strategiepapier, sondern um ein Konzept für eine seit 2004 laufende Schmutzkübelkampagne. „In den letzten Wochen ist der Flughafen Wien vor dem Hintergrund der Verlängerung der Vorstandsverträge ins mediale Schussfeld geraten“, heißt es in dem Geheimpapier. „Den Eigentümern soll suggeriert werden, dass eine allfällige Nicht-Verlängerung der Vorstandsverträge eine völlig falsche Entscheidung wäre.“ Erreicht werden solle das vor allem über „verdeckte (Third Party) Kommunikation“, die sich auf „drei Angriffs- bzw. Konfliktebenen“ konzentrieren soll: eine Desinformationsstrategie zu den Austrian Airlines, die Diskreditierung des Flughafen-Händlers Rakesh Sardana und eine gezielte Beeinflussung der „Berater der Eigentümer und der Aufsichtsräte“.

So wurde dem „roten“ Kaufmann geraten, gegen die VP Niederösterreich vorzugehen. Denn: „Es gibt zahlreiche Hinweise, dass ein Eigentümer das politische Kräfteparallelogramm beim Flughafen Wien zu seinen Gunsten verschieben möchte.“ Aufsichtsräte müssen bearbeitet werden. Wie das erreicht wurde: „In der verdeckten Kommunikation wird auf dritte Personen in ihrer Funktion als Experten, Verbündete und Botschafter zurückgegriffen, die im Interesse, aber nicht im Namen des Flughafens teilweise im Hintergrund, teilweise in der Öffentlichkeit, aktiv werden.“

Der VP-nahe Sardana wurde von den Hochegger-Leuten sogar bespitzelt. Laut Geheimpapier galt es, „Sardana als arglistigen Geschäftsmann“ aufzubauen. Das Dirty Campaigning sollte die ÖVP paralysieren: „Rund um das Firmengeflecht Sardana droht NÖ ein veritabler Wirtschaftsskandal mit unabsehbaren Folgen für Lieferanten, Banken und Politik.“ Der Plan ging auf: Kaufmanns VP-Gegner waren beschäftigt, und sein Vertrag wurde verlängert. Bis 2010 wurde das Spiel regelmäßig erfolgreich wiederholt.

An Hochegger floss zwischen 2004 und 2009 über eine Million Euro. Vereinbart war laut FORMAT-Informationen ein monatliches Beraterhonorar von 20.000 Euro, das verdeckt über in- und ausländische Flughafen-Töchter gezahlt wurde. So überwies die Betreiberfirma des City Airport Trains – 49 Prozent hält die ÖBB, der Rest gehört dem Flughafen – rund 500.000 Euro (inkl. USt) an Hochegger, was Flughafen-Sprecher Peter Kleemann gegenüber FORMAT bestätigt.

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