Die Porsche Holding legt einen Gang zu

Die Porsche Holding, Österreichs größter ­Autohändler, hofft nach der Fusion mit VW auf Wachstumsimpulse – durch Know-how im Vertrieb und bei IT-Lösungen.

Die Porsche Holding, Ös­terreichs und Europas größter Autohändler, legt 2011 einen Gang zu. Den Auftakt bildet die „Auto 2011 – Die Motorshow der VW-Gruppe“. Die Salzburger Vertriebsgesellschaft, die erstmals im Alleingang eine Messe veranstaltet, fegt mit diesen groß angelegten VW-Festspielen gleich zu Jahresbeginn die Konkurrenz vom Platz. So werden zwischen dem 13. und 16. Jänner alle 13 Marken und über 100 Modelle des Wolfsburger Konzerns gezeigt. Porsche-Holding-Chef Wolf-Dieter Hellmaier: „Es hat sich gezeigt, dass Messen das Frühjahrs­geschäft deutlich beleben.“

Doch das ist nur der erste Streich. Spätestens am 30. September 2011, wahrscheinlich aber schon im Frühjahr, wird die Integration des Unternehmens in den VW-Konzern vollzogen. Bisher war die Holding im Besitz der Familien Porsche und Piëch. Diese werden die 3,3 Milliarden Euro, die sie für den Verkauf bekommen, großteils für die nun stattfindende Kapitalerhöhung verwenden.

Vertrieb stärken, IT ausbauen

Die Fusion könnte sich für die Salzburger als Wachstumsschub erweisen. „Wir werden weitere Aufgaben zugewiesen bekommen“, so Hellmaier. Eines der Hauptziele von VW-Chef Martin Winterkorn: „Wir wollen das Vertriebsgeschäft stärken.“ Derzeit ist die Holding in 18 europäischen Ländern und in China tätig und setzte im Geschäftsjahr 2009/2010 12,5 Milliarden Euro um.

Auf der Suche nach Synergien

Ein Know-how, das wahrscheinlich verstärkt im Konzern eingesetzt werden dürfte, ist die ausgefeilte IT-Lösung der Österreicher. „Es gibt in unserer Branche keine Vertriebsorganisation, die tagesaktuell sämtliche Abläufe im Unternehmen so exakt abbilden kann wie wir. Diese ­detaillierten Kenntnisse verschaffen uns einen enormen Wissensvorsprung“, erläutert Hellmaier. Eine weitere Möglichkeit, Synergien zu heben, könnte die Porsche Bank bieten. Das Salzburger Unternehmen ist mit seinem Finanzdienstleister neben Österreich auch in zehn osteuropäischen Ländern vertreten und könnte künftig mit der deutschen VW-Bank zusammenarbeiten.
Auf die Konstellation des Vertriebsnetzes selbst soll die Fusion keine Auswirkung haben. „Unser Vorzug ist ein ausgewogenes Verhältnis zwischen privaten und manage­mentgeführten Betrieben. An dieser Besonderheit wird sich in Zukunft nichts ändern“, erklärt Hellmaier. Derzeit ge­hören rund 40 Prozent aller heimischen Betriebe der VW-Gruppe der Porsche Holding.

Ein nicht zu unterschätzender Vorteil für die Salzburger ist die neue Sicherheit, die der Konzern bietet. Hellmaier: „Bisher waren Kooperationsverträge zeitlich beschränkt und mussten stets neu verhandelt werden. Das fällt jetzt weg.“

Doch für welche zusätzlichen Einsatzgebiete die Österreich-Tochter genau herangezogen wird und wo Synergien gehoben werden, darüber wird in der Wolfsburger Konzernzentrale derzeit noch heftig getüftelt.

– Anneliese Proissl

Im Bild: Porsche Cayman R; 330 PS, Listenpreis: ab 264.000 €,
ab Frebruar erhältlich

Industrie 4.0 und das flexiblere Arbeiten: Die Vorzüge der Automatisierung kommen mit verbesserter Kommunikation zwischen Maschinen noch besser zum Einsatz.
 

Business

Wegbereiter einer neuen Industrie

Boom oder Crash? Unternehmen brechen durch die Kämpfe in der Ukraine und im Nahen Osten Exportmärkte weg. In Österreich macht sich die Sorge vor einer neuen Krise breit.
 

Business

Comeback der Krise?

Innovationskraft: Forschung und Entwicklung sind die Grundlage des Erfolgs der heimischen Industriebetriebe.
 

Business

Innovation - der wichtigste Rohstoff