Die nächsten Länder im Fokus der Euro-Retter: Frankreich und Italien

Paris: Staatsschulden steigen, die Banken zittern vor einem Schuldenschnitt, Frankreich droht der Verlust des AAA-Ratings

Wenn Nicolas Sarkozy sich derzeit für Europa ins Zeug wirft, geht es ihm auch darum, seine politische Karriere zu retten: Im Mai 2012 wählt Frankreich seinen neuen Präsidenten, in den Umfragen liegt Sarkozy momentan deutlich hinter seinem Kontrahenten François Hollande. Unabhängig vom Wahlausgang steht Frankreich vor gewaltigen wirtschaftlichen Problemen: Die französischen Banken sind mit 53 Milliarden Euro der größte Geldgeber Griechenlands nach der EZB und somit von einem Schuldenschnitt am stärksten betroffen.

Das Rettungsgeld ist knapp, denn seit 27 Jahren schließt Frankreich jährlich mit einem Budgetdefizit ab und muss sparen. Der Staat ist mit 84,7 Prozent der Wirtschaftsleistung verschuldet und droht sein AAA-Rating zu verlieren. Hinzu kommt, dass die stark zentralistische französische Wirtschaft an Konkurrenzfähigkeit verloren hat: Die Arbeitskosten liegen deutlich über jenen Deutschlands, der innovative Mittelstand fehlt.

Rom: Die hohe Schuldenlast macht Italien zum „systemischen Risiko“ für die Eurozone. Die Sparpläne überzeugen bisher nicht.

Wenn der italienische Premier Silvio Berlusconi aufgrund der Schuldenkrise an Rücktritt denkt, kann es einigen Kommentatoren nicht schnell genug gehen – für viele ist er der Grund des Vertrauensverlusts der Märkte. „Italien ist stabil, die Schuldensituation hat sich nicht verschlechtert. Die aktuell schwierige Lage des Landes hat zu achtzig Prozent die europäische Politik zu verantworten“, bestätigt Stefan Bruckbauer, Ökonom bei der UniCredit, die Stabilität des Landes.

Dennoch: Im Zuge der Schuldenkrise und der wirtschaftlichen Stagnation werden von Italien deutlichere Sparmaßnahmen verlangt. Der Schuldenstand von knapp zwei Billionen Euro oder 120 Prozent der Wirtschaftsleistung macht Italien für Europa zu einem „systemischen Risiko“, weil es nicht aufgefangen werden könnte. Berlusconi muss am EU-Gipfel ein glaubwürdiges Sparpaket vorlegen, denn die Anleger flüchten bereits aus den Staatsanleihen, und die Zinsen steigen.

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