Die Flaggschiff-Forschungsprojekte der EU

Die Flaggschiff-Forschungsprojekte der EU

Erst vor zehn Jahren wurde das neue Wundermaterial Graphen von den Physikern André Gaim (Bild) und Konstantin Novoselov, heute beide Nobelpreisträger, eher zufällig entdeckt. Diese atomdünne Kohlenstoffverbindung in der Form von Bienenwaben verfügt über erstaunliche Eigenschaften.

Graphen ist das dünnste bekannte Material, der beste bekannte elektrische Leiter, bis zu 200 mal stärker als Stahl, gleichzeitig aber bei Zimmertemperatur beliebig formbar, und es erlaubt einzigartige optische Anwendungen.

Wissenschaftler und Industrie sehen in Graphen bereits das Plastik des 21. Jahrhunderts und prophezeien diesem Werkstoff eine ähnliche Bedeutung wie sie Silizium seit den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts in der Halbleiterindustrie eingenommen hat. Daher wird die Graphen-Forschung, die bereits 2015 in erste Anwendungen wie zum Beispiel flexible Bildschirme, Hochfrequenz-Scanner oder Energiespeicher münden könnte, von der EU mit einer Milliarde Euro, aufgeteilt über die kommenden zehn Jahre, unterstützt. Der Großteil, etwa 80 Millionen Euro pro Jahr, stammt aus dem Horizon-2020-Subprogramm „Future and Emerging Technologies“.

Das-Ein-Milliarden-Hirn

Eine ebenso hohe Fördersumme erhält das sogenannte „Human Brain Project“, dessen Ziel die Entwicklung eines ungemein detaillierten Modells des menschlichen Gehirns ist. Im Vordergrund stehen natürlich medizinische Anliegen – also die Entwicklung neuer Behandlungsmethoden für neurologische Erkrankungen oder Fehlfunktionen.

Dieses „Ein-Milliarden-Gehirn“ soll die bisher nur rudimentär bekannte Funktionsweise des wichtigsten menschlichen Organs bis in das kleinste Detail offenbaren. Immerhin geht es um ein immens komplexes System von elektrischen und chemischen Signalen innerhalb sieben Milliarden miteinander vernetzten Neuronen. Mit der Entschlüsselung dieses humanen Netzwerkes hoffen die derzeit beteiligten 13 der größten Forschungseinrichtungen aus acht EU-Mitgliedsstaaten sowie der Schweiz sowohl Neuro- und Sozialwissenschaften als auch die Informationstechnologien und Robotik „revolutionieren“ zu können.

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