Die undurchsichtigen Dubai-Geschäfte des Josef Kleindienst

Die undurchsichtigen Dubai-Geschäfte des Josef Kleindienst

Die Versammlung Ende Mai wurde von den rund 20 Teilnehmern mit Spannung erwartet und endete für viele mit einer Überraschung. Leidgeprüfte Anleihezeichner des Kleindienst Dubai Investment Bond wollten Josef Kleindienst persönlich befragen, wo ihr Geld geblieben ist und wann sie es endlich wiedersehen würden. Einzig, Österreichs Dubai-Export Nummer Eins zog es vor, der Versammlung fernzubleiben.

Doch dies war nicht die einzige Überraschung, die den Anleihezeichner in den Räumlichkeiten von Kleindiensts Anwaltskanzlei CMS bereitet wurde. Ein Herr (Name der Redaktion bekannt), bewaffnet mit einem Kaufvertrag, behauptete nämlich, Miteigentümer just jener Liegenschaft in Dubai zu sein, die sie angeblich per Anleihe im Jahr 2008 finanziert hätten. - Alles nur ein bedauerlicher Irrtum oder eine Gaunerei?

Die Papiere, in die FORMAT Einblick nehmen durfte, legen Letzteres nahe. Gegenstand sowohl des Kaufvertrags aus dem Jahr 2007 als auch der Anleihe 2008 war das Baugrundstück Nr. JVC10SMRP200. Einmal fungierte Kleindienst & Partner mit Sitz in Dubai, bei der Anleihe hingegen die Kleindienst Dubai Investment GmbH mit Sitz in Österreich als Emittentin. In beiden Fällen hätte ein Projekt mit dem klangvollen Namen "The Crystal“ realisiert werden sollen: Ein Designhotel mit Luxus-Apartments im Herzen des Emirats, das alle Stücke spielen sollte.

Zur Umsetzung des Projekts kam es aber nie. Schon Mitte 2007 wollten die ersten Investoren in das Grundstück, die vorwiegend unter reichen Europäern zu finden sind, ihre insgesamt rund zehn Millionen Euro wieder zurück. Denn eine Vertragsklausel versprach die Rückgabe an den Verkäufer, also Kleindienst, sollte mit dem Projekt nicht bis 1.Juni 2007 begonnen werden. Bis heute ist dazu ein Gerichtsverfahren in Dubai anhängig, weil Kleindienst die Anteile nicht zurückkaufen will.

All das hinderte den Ex-Polizisten aber nicht daran, im Jahr 2008 noch einmal groß auf Investorensuche zu gehen. Diesmal sollte die Finanzierung über die erwähnte Anleihe - konzipiert von der Kanzlei CMS - erfolgen. Auch in diesem Fall hätten die Anleger ihre zwei Millionen Euro Investment Ende April 2013 retour bekommen sollen. Bis heute haben sie davon nichts gesehen.

In dem damals an die Investoren verteilten Prospekt bzw. "Informations-Memorandum“ findet sich freilich kein Wort darüber, dass Teile des Grundstücks schon an andere Investoren verkauft wurden. Als 100-prozentiger Eigentümer wird Kleindienst & Partner Ltd. angeführt.

Bewusste Irreführung?

Für den Salzburger Rechtsanwalt Wolf Stumpp von der Kanzlei Strobl & Stumpp, der einige Anleihezeichner vertritt, stellt sich der Fall so dar: " Kleindienst dürfte hier mehrgleisig gefahren sein. Er hat ein und dasselbe Projekt zwei Mal verkauft.“ Er will nun neben zivilrechtlichen auch strafrechtliche Ansprüche gegen Kleindienst prüfen. Stumpp hält es für möglich, dass Kleindienst bewusst falsche Informationen an Anleihegläubiger rausgegeben hat.

Josef Kleindienst sieht das naturgemäß alles ganz anders: "Ich weiß, dass es Investoren gibt, die unzufrieden sind. Das aber völlig zu unrecht.“ Sein Anwalt Martin Zuffer, verantwortlich für die Anleihe-Emission, beteuert von etwaigen früheren Kaufverträgen gar nichts gewusst zu haben. Es könne sich dabei lediglich um Darlehen handeln.

Auffällig: Was auf der Versammlung vor wenigen Wochen noch nicht möglich war, wird - Zufall oder nicht - kurz nach Beginn der FORMAT-Recherche doch möglich: Die Anleihezeichner sollen nun in Kürze zumindest ein Viertel ihres ursprünglichen Investments bekommen. Weitere 60 Prozent sollen bis Ende August folgen, stellt Kleindienst in einer spontan versandten Nachricht in Aussicht.

Und auch Anteilskäufern macht er Hoffnung: "The Crystal“ werde nun nicht wie geplant am Festland, sondern auf der Inselgruppe "The World“ realisiert. 2014, also sieben Jahre nach dem Kauf des Grundstücks, soll es mit dem Bau nun tatsächlich losgehen, verspricht er in einem E-Mail. Kleindienst: "Wer auf mich gesetzt hat, wird nicht enttäuscht.“ Mal sehen, ob er diesmal Recht behält.

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