Die Bio-Fast-Food-Kette freshii plant 40 Standorte in Österreich

Die Junkfood-Ketten bekommen Bio-Konkurrenz. Anfang Oktober eröffnet die kanadische Restaurantkette freshii ihre ersten Standorte in Wien.

Übergewicht ist hierzulande alles andere als ein Randphänomen. Gesundheitsexperten schlagen Alarm: Etwa 42 Prozent der erwachsenen Menschen gelten in Österreich als übergewichtig. 900.000 Österreicher sind adipös – also fettleibig. Und in der Europäischen Kommission wird schon lange überlegt, ob nicht ein TV-Werbeverbot für Junkfood verhängt werden soll.

Die besten Voraussetzungen also für die kanadische Restaurantkette freshii, jetzt in den europäischen Markt einzusteigen. Startschuss für die Expansion ist am 11. Oktober in der Shopping City Süd, gefolgt von Gerngross in Wien, der Galleria auf der Landstraße, dem Donauzentrum, dem Flughafen Wien, und Ende November soll der Flagshipstore auf der Rotenturmstraße eröffnet werden.

Das Angebot von freshii ist simpel: frisch und gesund. Es gibt Frühstück, Mittag- und Abendessen, und die Speisen reichen von individuell zusammengestellten Salaten über Burritos, Wraps, Suppen und Reis bis zu Joghurts. „Die Zutaten werden so weit möglich aus regionalem Anbau und heimischer Produktion verwendet“, erklärt der Österreicher Andreas Kotal, 32, der als Masterfranchisenehmer für die europäische freshii-Group gewonnen werden konnte.

Bei freshii muss man sich zwar ebenso wie bei McDonald’s oder Vapiano um das Essen anstellen, man hat jedoch die Möglichkeit, vorher auf dem „Fast Ticket“ sein eigenes Menü zu kreieren. Während man in der Schlange steht, geht der „freshii Ambassador“ durch und sammelt die Karten ein, damit die Zubereitung rasch vonstattengeht. Wer nicht im Restaurant essen mag, kann sich die Speisen auch zustellen lassen, und es wird auch gecatert.

Kotal startet sein freshii-Roll-out von Wien aus. Danach folgen Deutschland, die Schweiz, Tschechien, Polen, Slowenien und Ungarn. Der studierte Jurist und Betriebswirt Kotal ging nach Kanada, wo er in Montreal die Marketingfirma City-Flitz, ein ähnliches Konzept wie Lauda Motion mit der Vermietung von gebrandeten Smart Cars, gründete. Bei einer Veranstaltung lernte Kotal dann zufällig freshii-Gründer Matthew Corrin, 28, kennen und war von seinem Konzept so überwältigt, dass er seine Firma verkaufte und in dessen Fast-Food-Firma einstieg.

Durchstarter mit Format

Matthew Corrin ist tatsächlich ein interessanter Unternehmer. Der kanadische Selfmademan jobbte nach Abschluss seines Studiums als PR-Assistent bei Showman David Letterman und danach beim Fashion-Designer Oscar de la Renta, bevor er vor fünf Jahren seine erste Restaurantkette eröffnete. Der Youngster heimste auch schon zig Auszeichnungen wie den Prestige-ARC-Award für nationalen innovativen Wiederverkauf ein. Er wurde unter die Top-Jungunternehmer in Toronto gewählt und von Ernst & Young 2008 als Unternehmer des Jahres ausgezeichnet. Bislang eröffnete der Youngster 22 Restaurants in 19 Städten rund um den Globus. Weitere 400 Outlets in Nordamerika, dem Nahen Osten und Europa sind bis 2011 geplant.

Der Österreicher Kotal möchte alleine 40 Standorte in Österreich aufziehen, 15 davon in Wien. Mittelfristig benötigt er für sein Vorhaben 20 bis 30 Millionen Euro. Doch Kotal hat die gesamte Familie hinter sich, die ihn tatkräftig unterstützt. Vater Hans, ein pensionierter Jurist, hilft bei den Vertragserrichtungen, Mutter Helga ist eine starke Hilfe im Büro, und Bruder Hans ist Baukoordinator. „Wir sind eben ein g’standener Familienbetrieb“, unterstreicht Kotal diesen Zusammenhalt.

– Gabriela Schnabel

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