Der Superfund-Gründer über Sparen, die Investorensuche in Japan & neue Strategien

FORMAT: Herr Baha, Sie sind gerade in Japan auf Investorensuche. Warum gerade Japan?

Christian Baha: Ich sehe sehr großes Potenzial in Japan, Superfund hat hier auch sehr viele Kunden. Die Japaner haben den großen Vorteil, dass sie keine Zockerkunden sind, sondern langfristig denken. Außerdem sind sie sehr wohlhabend und wenig kreditfinanziert.

FORMAT: Sie haben auch eine Strategieänderung für Superfund angekündigt. Wie genau soll die aussehen?

Baha: Mit unserem neuen Aktienhandelssystem (Anm.: „Superfund Blue“) werden wir erstmals institutionelle Kunden wie Pensionsfonds und Versicherungen ansprechen, weil im Gegensatz zu Managed Futures die Volatilitäten viel geringer ausfallen und eine geringe Korrelation zum Aktienmarkt besteht.

FORMAT: Konnten Sie denn in Japan schon institutionelle Kunden gewinnen?

Baha: Nein, wir haben die neue Strategie erstmals im Jänner 2011 im institutionellen Bereich vorgestellt, und das Interesse war groß.

FORMAT: War das Jahr 2010 nach dem Absturz 2009 für Superfund wieder besser?

Baha: Ja, unsere Flagship-Produkte haben 2010 zwischen 13 und 23 Prozent abgeworfen, unsere Gold-Fonds sogar bis zu 50 Prozent. Damit kann man schon recht zufrieden sein.

FORMAT: Sie haben gesagt, Sie würden Personal einsparen und Standorte schließen. Wie viel wurde eingespart, und ist das jetzt abgeschlossen?

Baha: Wir haben von 25 Büros 10 geschlossen, und wir haben rund die Hälfte des Personals abgebaut. Wir sind jetzt bei rund 240 Mitarbeitern. In strategischen Bereichen, wie etwa Systementwicklung und Execution, haben wir neue Mitarbeiter aufgenommen.

FORMAT: Wagen Sie eine Prognose: Wird 2011 ein Jahr für Trendfolger- Fonds?

Baha: Wenn ich das wüsste, wäre ich Hellseher. Aber empirisch gesehen, müsste jetzt schon wieder einmal ein gutes Jahr kommen – oder sogar mehrere. Die letzten fünf, sechs Jahre waren generell schwer für Trendfolger. Glücklicherweise ist das aber für uns nicht mehr so entscheidend, weil wir mit Superfund Blue von Trends nicht mehr so abhängig sind.

FORMAT: Sie haben Ihre Sponsoring-Aktivitäten stark zurückgefahren.

Baha: Auch das war notwendig.

FORMAT: Es fällt auf, dass Sie jetzt weniger als Sportsponsor, dafür stärker als Kultursponsor auftreten. Warum?

Baha: Wir glauben, dass unsere Kunden eher im Kultur- als im Sportbereich zu finden sind.

FORMAT: Muss Ihr Haupt-Testimonial Herbert Prohaska jetzt auch um sein Engagement zittern?

Baha: Nein, wir haben die Zusammenarbeit mit Herbert Prohaska verlängert.

FORMAT: Hat sich für Sie das Thema Formel 1 endgültig erledigt?

Baha: Ja, das ist enderledigt, und aus heutiger Sicht bin ich froh darüber, dass wir nicht dabei sind. Denn man hat zwar kleine Teams mit Budgetobergrenzen angelockt, diese dann aber nicht eingehalten.

FORMAT: Hat Ihnen Ihr Auftritt im Film „Wall Street 2“ eigentlich neues Geschäft gebracht?

Baha: Nein, dafür war es nicht gedacht, obwohl Oliver Stone bei Superfund eingestiegen ist. Aber wenn ich gefragt werde, ob ich „Wall Street 3“ mache, ziehe ich das sicher in Erwägung.

Industrie 4.0 und das flexiblere Arbeiten: Die Vorzüge der Automatisierung kommen mit verbesserter Kommunikation zwischen Maschinen noch besser zum Einsatz.
 

Business

Wegbereiter einer neuen Industrie

Boom oder Crash? Unternehmen brechen durch die Kämpfe in der Ukraine und im Nahen Osten Exportmärkte weg. In Österreich macht sich die Sorge vor einer neuen Krise breit.
 

Business

Comeback der Krise?

Innovationskraft: Forschung und Entwicklung sind die Grundlage des Erfolgs der heimischen Industriebetriebe.
 

Business

Innovation - der wichtigste Rohstoff