Der Poker um die Immoeast: "Derzeit sind viele Schnäppchen­jäger unterwegs"

Die niedrigen Kurse der Immoeast AG locken Schnäppchenjäger an. Der US-Finanzinvestor Apollo ist an einem Immoeast-Takeover interessiert.

Es ist ein trauriger Anblick. Der Kursverlauf der börsennotierten Aktiengesellschaften
Immofinanz und Immoeast bringt Zehntausende Anleger schon lange zum Weinen. Viele haben ihr mühsam Erspartes, ihr unverhofftes Erbe oder schlichtweg die Zukunftsvorsorge der Kinder in die Immo-Papiere investiert – und fast alles verloren. Seit Oktober dümpeln sie gar unter der Ein-Euro-Marke und gelten als billige „Penny-Stocks“.

Schnäppchenjäger klopfen an
Dass Immofinanz und ihre 54,65-Prozent-Tochter Immoeast je wieder ihre Höchststände von 12,50 bzw. 12 Euro erreichen, glaubt wohl keiner mehr. Ihr „Penny-Stock“-Dasein könnte hingegen schon bald ein Ende haben. Neue Übernahmefantasien könnten die Kurse bald beflügeln. Immerhin haben in den vergangenen drei Wochen einige Großinvestoren wegen eines Takeovers bei Eduard Zehetner ( im Bild ) angeklopft. Der Ex-RHI-Mana­ger führt seit dem unfreiwilli­gen Abgang von Thomas ­Kleibl die Geschäfte von Immofinanz und Immoeast in ­Personalunion. Zehetner weist einen baldigen Verkauf der Immogesellschaf­ten zwar zurück, bestätigt aber: „Es gibt viele Schnäppchen­jäger, die derzeit unterwegs sind. Die Preisvorstellungen sind aber jenseits von Gut und Böse.“

Apollos 2,4 Euro-Angebot
Zu den Glücksrittern, die Zehetner derzeit belagern, zählt laut FORMAT exklusiv vorliegenden Informationen der US-Private-Equity-Fonds Apollo, der gemeinsam mit den Vienna Capital Partners (VCP) ein Übernahmeangebot in der Tasche hat. Das Apollo-VCP-Konsortium will die Immoeast und taxiert deren inneren Wert (NAV – Net Asset Value) mit 2,40 Euro. Für Zehetner ist das zu wenig. Zwar sieht er ein Kurspotenzial von zwei bis drei Euro, doch den langfristi­gen NAV bei sieben Euro. VCP-Chef Heinrich Pecina zum Apollo-Offert: „Das kann ich nicht kommentieren.“ In den Aufsichtsräten der beiden Immogesellschaften war das akute Kaufinteresse bereits Thema. Für den bevorstehenden Poker um die Immoeast hat Zehetner jedenfalls freie Hand. Michael Knap, ­Immoeast-Präsident und Vizevorsitzender des Immofinanz-Aufsichtsrats: „Für das Operati­ve ist Zehetner zuständig.“

Fries entscheidet
Den Daumen für oder gegen eine Übernahme hebt aber letztlich der Badener Rechtsanwalt Rudolf Fries. Er besitzt nicht nur
mehr als zehn Prozent der Immo­finanz-Aktien, sondern holte auch Zehetner an Bord. Mit seinem Segen wurden die Manage­mentverträge interna­lisiert, zahlreiche Immobilien versilbert und ein 1,8 ­Milliarden Euro schwerer Inter-Company-Loan zwischen Immofinanz und Immoeast saldiert. Fries steht einem Deal mit Apollo prinzipiell nicht ablehnend gegenüber. Knackpunkt bleibt aber der Preis. Die Fries-Gruppe kalkuliert mit einem NAV von mindestens drei Euro. Darunter käme ein Verkauf auf keinen Fall infrage, heißt es. Denn trotz Finanzkrise gilt auch für Fries: „Verschenkt wird nichts.“

Von Ashwien Sankholkar

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