Der Flugplan des Kranichs: NEWS zeigt, wie
die Lufthansa der AUA Flügel verleihen will

Kommende Woche wird die neue Zukunft der Austrian Airlines geregelt. Die Lufthansa hat ihren Flugplan zur Übernahme der AUA mit sämtlichen Maßnahmen festgelegt. Am 3. Dezember soll der Aufsichtsrat der Lufthansa grünes Licht geben, am 5. Dezember jener der Staatsholding ÖIAG. Am 10. Dezember wird auch noch unsere Bundesregierung den Deal samt 500 Millionen Euro Schuldennachlass absegnen. Danach wird Wolfgang Mayrhuber, der oberösterreichische Boss der deutschen Lufthansa, den Vertrag zur Übernahme unterschreiben („Sig-ning“). Endgültig besiegelt wird der Verkauf („Closing“) bis zum Frühjahr, sobald die EU die Übernahme genehmigt hat.

Damit wird das Kapitel der Austrian Airlines als staatliche Airline beendet. Jetzt will die Lufthansa mit der AUA Erfolgsgeschichte schreiben. Der Flugplan dazu, dessen Eckpunkte NEWS bereits vor vier Wochen exklusiv veröffentlichte, wurde nun im Detail festgelegt. Der erste Schritt der erfolgreichen deutschen Airliner nach der Übernahme des Staatsanteils von 42 Prozent: ein öffentliches Übernahmeangebot stellen. Denn die Lufthansa will die AUA zu 100 Prozent. Als Preis wird den Regeln entsprechend der Durchschnittskurs der jüngsten drei Monate geboten, das wären gut vier Euro pro Aktie.

Seine Pläne für die AUA hat Lufthansa-Boss Mayrhuber hinter verschlossenen Türen bereits formuliert. „Es wird keine Garantie der Lufthansa für Flugstrecken, Jobs oder Standorte geben“, erklärt ein AUA-Aufsichtsrat im Hintergrundgespräch mit NEWS. Der Businessplan für die AUA zeichnet allerdings eine expansive und profitable Zukunft. Die wichtigsten Punkte:

  • Die Marke Austrian Airlines bleibt als wertvolles Asset bestehen, die Kernkompetenz Qualität wird gestärkt.

  • Die AUA bleibt eigenständig mit eigenverantwortlichem Vor-
    stand und Zentrale in Wien. Ob AUA-Boss Alfred Ötsch bleibt, kann er selbst mitentscheiden. Österreicher im Aufsichtsrat vertreten nationale Interessen.

  • Das Flugnetz der AUA bleibt erhalten, und die Rolle als Ost-Spezialist innerhalb der Gruppe wird gestärkt. Durch die geringeren Flugzeiten von Wien Richtung Osten bekommt die AUA Zubringerverkehr für die Gruppe aus Westeuropa. Anpassungen von Flugstrecken, Flugzeiten und Fluggerät sollen das Netz der AUA mit jedem von Lufthansa und Swiss optimal verbinden.

  • Es gibt keine Kündigungswelle. Notwendige Personalreduktion, die jedenfalls unter zehn Prozent liegen soll, erfolgt über Fluktuation.

  • Synergien im Einkauf werden in sämtlichen Bereichen sofort genützt. Die Flotte der AUA wird in Abstimmung mit der Lufthansa harmonisiert.

Sollte noch ein unerwartetes „Nein“ aus Brüssel kommen, hat Staatssekretär Christoph Matznetter einen nicht unumstrittenen Plan B erstellen lassen. Brisant: Matznetter könnte in den ÖIAG-Vorstand einziehen.

Den kompletten Beitrag können Sie im aktuellen NEWS 48/08 nachlesen!

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