Das Resümee des Bank-Austria-Chefs über 5 Jahre UniCredit-Herrschaft fällt positiv aus

FORMAT: Herr Generaldirektor Cernko, machen Sie einen Blick zurück – wie waren die letzten fünf Jahre für Sie?

Cernko: Es waren sehr spannende, lehrreiche Jahre, in denen ein sehr großer Schritt Richtung europäische Bank getan wurde. Es waren aber sicher auch sehr anstrengende Jahre.

FORMAT: Aber europäisch war die Bank Austria ja auch schon vor der Übernahme durch die UniCredit …

Cernko: Ja, aber unter der HVB war das Trennende stärker als das Verbindende. Oftmals war das Trennende das einzig Verbindende. Jeder war für seine Region zuständig, und das war’s dann. Jetzt funktioniert die Zusammenarbeit über die Grenzen – bedingt durch die Divisionalisierung – viel besser.

FORMAT: Wurde irgendetwas von der ursprünglichen Agenda der UniCredit nicht erfüllt?

Cernko: Aus meiner Sicht wurde alles wunschgemäß abgearbeitet.

FORMAT: Stört es Sie eigentlich nicht, dass Sie in Italien so wenig strategisch mitreden dürfen, etwa im wichtigen Executive Management Committee (EMC) nicht vertreten sind?

Cernko: Nein, das ist kein Thema. Wir können uns in diversen Gremien jederzeit einbringen. Auch vor den Sitzungen des EMC werden wir immer eingebunden. Wir stoßen in Italien immer auf offene Ohren.

FORMAT: Woran liegt es, dass in den letzten fünf Jahren sehr viele österreichische Topmanager die Bank verlassen haben?

Cernko: Jeder muss für sich entscheiden, was für ihn das Beste ist. Ich würde mir eher Sorgen machen, wenn von uns als Marktführer niemand abgeworben würde.

FORMAT: Wie schätzen Sie die Chancen ein, dass in Wien in fünf Jahren immer noch die Osteuropazentrale der Bank beheimatet sein wird?

Cernko: Sehr gut, denn Wien hat ideale Voraussetzungen für die Osteuropazentrale. Sollte allerdings der unwahrscheinliche Fall eintreten, dass wir wirklich Mehrfachbelastungen auf der Steuerseite ausgesetzt sind, wird man den Standort überdenken müssen. Das gilt dann für jede Bank, die ihre Zentrale in Wien hat.

FORMAT: Was ist für Sie typisch italienisch?

Cernko: Italiener wollen nicht mit dem Kopf durch die Wand, aber sie behalten konsequent ihr Ziel im Auge.

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