Cosmische Wiedergeburt: In Fohnsdorf eröffnet ein Cosmos "neu"

Totgesagte leben länger: Die Elektrokette Cosmos feiert nach dem Konkurs im Frühjahr ihre Wiederauferstehung: als qualitätsvoller Nahversorger mit guter Beratung.

Am Abgrund stand der Cosmos-Markt öfter, doch im heurigen April schien alles aus: Unternehmen im Konkurs, sämtliche Rettungsversuche gescheitert.

Bewohner der Obersteiermark müssen beim Studium der Lokalzeitung denn wohl eher an einen späten Aprilscherz gedacht haben: „NEU: 29. 7. 2010, 8.00 Uhr. Cosmos – Starten Sie in die aufregende Welt der Elektronik!“

Es ist keine Zeitungsente. An dem Tag eröffnet der erste Cosmos „neu“ im obersteirischen Einkaufszentrum Arena 2000 in Fohnsdorf. Bis zu fünf weitere Märkte könnten noch heuer folgen. Genau genommen ist das Wunder von Fohnsdorf eine Wiederauferstehung, denn bis zum spektakulären Crash im Frühjahr gab es hier schon eine Cosmos-Filiale.

100-Prozent-Eigentümer der neuen Cosmos-Betreibergesellschaft RW Elektrohandel GmbH ist die Bau- und Errichtungsgesellschaft Arena 2000, der unter anderem das Fohnsdorfer Einkaufszentrum gehört. Markenname und Logo wurden von einer Retail-Firma aufgekauft. Dabei ist Arena-2000-Chef Werner Gruber eigentlich ein Immobilienmann, der mit Elektrohandel bis dato wenig am Hut hatte. Wie er dem Handelsmagazin „E&W“ erzählte, war der Coup denn auch eher eine Selbsthilfeaktion mit Folgen. Gruber suchte für die Arena 2000 „den optimalen Branchenmix“. Ein Elektrohändler gehört da selbstverständlich dazu, weil sie bekanntermaßen Frequenzbringer sind.

„Nachdem wir die sehr positiven Zahlen der Cosmos-Altfiliale Judenburg kannten, entschlossen wir uns, den Elektrohandel unter Zuhilfenahme eines Kernberaterteams des alten Cosmos selbst zu betreiben.“

In diesem Team finden sich altbekannte Namen: Cosmos-Kurzzeit-Geschäftsführer und Finanzexperte Robert Knobl ist ebenso dabei wie der einstige Einkaufsleiter für Unterhaltungselektronik Peter Fahringer und der ehemalige Marketing und Vertriebschef Herbert Seipt. Arena-2000-Kunden werden auch den Leiter der Fohnsdorfer Filiale kennen: Ronaldus Hart führte den alten Cosmos in Judenburg. Beim Verkaufspersonal setzt man auf die besten Leute der alten Mannschaft.

Fohnsdorfer Versuchsballon

Die Fehler der Vergangenheit wollen die Cosmos-Macher hinter sich lassen. Das neue Nischenkonzept setzt auf Beratung, Familienfreundlichkeit und die Generation 50 plus. Bestpreisschlachten mit Media-Saturn sowie Billigprodukte gehören der Vergangenheit an. Neupositionierung und Redesign tragen unverkennbar die Handschrift des früheren Cosmos-Chefs Robert Knobl. Er hatte ein ähnliches Konzept zur Rettung des Cosmos „alt“ in der Schublade, das aber nicht mehr zum Einsatz kam.

Bewährt sich das Konzept Cosmos im Testmarkt Fohnsdorf, wird es bis Weihnachten drei bis fünf weitere Cosmos-Märkte geben, die allerdings alle als eigenständige GmbHs geführt werden.

Klammheimliche Unterstützung erfährt die Cosmos-Wiedergeburt indes nicht nur durch die Industrie, die wenig Lust verspürt, sich auf Gedeih und Verderb Media-Saturn auszuliefern. Auch Österreichs größter Elektrohändler-Verbund, ElectronicPartner, greift als Kooperations- und Logistikpartner dem cosmischen Comeback unter die Arme.

– Rainer Grünwald

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