"China braucht Partner, um wirklich erfolgreich zu sein“

"China braucht Partner, um wirklich erfolgreich zu sein“

Die Wirtschaftsmacht investiert so viel in Europa wie noch nie. Davon können auch heimische Unternehmen profitieren. Sie bieten, was Chinesen suchen: innovative Technik.

FORMAT: China investiert nun mehr in Europa als in den USA. Wie kam es zu diesem Stimmungswechsel?

Herbert Kovar: Was Industrien betrifft, in denen mengenmäßige Skaleneffekte zählen, sind die BRICS-Staaten inklusive China mittlerweile selbst die Spezialisten. Nun suchen gerade chinesische Unternehmen Partner, die über bestimmte Technologien verfügen. Und diese Partner finden sie eher in Mitteleuropa, vor allem im deutschsprachigen Raum.

Welche Industrien sind besonders gefragt bei den Investoren?

Jeff Zu-min Xu: Chinesische Unternehmen aus den Bereichen Automobil, Umwelttechnologien und Maschinenbau sind schon jetzt in Europa aktiv. Nun ist es aber auch die offizielle Politik, dass Unternehmen im Ausland investieren, um neue Technologien zu lernen, neue Märkte zu bearbeiten und damit wirklich international erfolgreich zu werden. Gleichzeitig gibt es aber auch eine zweite Welle mit Investitionen nach China, weil viele Unternehmen ihren größten Kunden nachziehen.

Gibt es Barrieren für chinesische Investoren, nach Österreich zu kommen?

Xu: Für viele chinesische Unternehmen ist es noch Neuland, im Ausland zu investieren, einige gehen es ohne professionelle Beratung an und bessern dann im Nachhinein nach. Aber wir sehen, dass es für chinesische Investoren sehr schwierig ist, einfach physisch regelmäßig nach Österreich zu kommen. Staaten wie Großbritannien oder Frankreich räumen hier einfachere Visa-Bedingungen ein. Das sollte sich ändern.

Welche Form der Beteiligung suchen chinesische Investoren?

Kovar: Jede Form von Zusammenarbeit oder Beteiligung ist gefragt. Wie groß das Interesse an europäischen Unternehmen ist, war erst vergangene Woche auf der Investitionsmesse in Peking wieder zu bemerken. Über 1.000 chinesische Unternehmen versuchten dort, Kontakte zu knüpfen. In Österreich spüren wir diese Entwicklung deutlich. Gerade für mittelständische Unternehmen, die sich die Expansion nach China ohne Partner nicht leisten können, kann das sehr positiv sein.

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