China kauft Österreich

China kauft Österreich

Seit einigen Jahren sind chinesische Investoren in Österreich schon aktiv. In Zukunft könnten Beteiligungen oder Übernahmen aber noch deutlich zunehmen.

Zum Beispiel das Unternehmen FACC: 2009 wurde der oberösterreichische Hersteller von Flugzeugteilen vom chinesischen Konzern XAC übernommen; gerade wird ein neues Technologiezentrum in St. Martin gebaut, ein neues Test-Areal soll noch im Sommer eröffnet werden. Oder Steyr Motors: Im Herbst 2012 wurde der Spezialmotorenhersteller an den Finanz-investor Phoenix Tree HSC Investment aus China verkauft. Für die kommenden fünf Jahre gibt es eine Standortgarantie, die Kapazität soll verdoppelt werden, denn gerade in China, dem mittlerweile größten Automarkt der Welt, werden Dieselmotoren immer mehr gefragt.

Seit einigen Jahren sind chinesische Investoren in Österreich schon aktiv. In Zukunft könnten Beteiligungen oder Übernahmen aber noch deutlich zunehmen - immer nach einem ähnlichen Muster: Heimische Unternehmen bieten spezielle Technologien und Know-how, die in chinesischen Unternehmen fehlen. Die Investoren wiederum können dann der finanzielle Schlüssel zum Markteintritt in China sein.

"Es werden vor allem Unternehmen in den Bereichen Maschinenbau, High-Tech und Green-Tech gesucht“, sagt Herbert Kovar, der beim Wirtschaftsprüfungsunternehmen Deloitte einen China-Schwerpunkt leitet (siehe Interview). Erst vergangene Woche zählte eine Deloitte-Veranstaltung in Wien 20 chinesische und 50 heimische Teilnehmer, die sich über Möglichkeiten für Investitionen in beiden Ländern erkundigten. Ein chinesisches Bergbauunternehmen zeigt etwa großes Interesse an heimischen Maschinenbauern mit Bergbaukompetenz. Die Suche läuft.

Ein Trend, den auch die Austria Business Agency (ABA) bemerkt, die sich für Betriebsansiedelungen in Österreich einsetzt. Aktuell wird an zehn konkreten Projekten mit möglicher chinesischer Beteiligung gearbeitet, eine große Übernahmewelle erwartet die ABA aber nicht. Mit rund dreißig Anfragen aus China beschäftigt sich der Rechtsanwalt Georg Zanger, der den Verein Austria-Chinese Business Association (ACBA) leitet und seit Jahren chinesische Unternehmen beim Gang nach Europa in Rechtsfragen begleitet. "Wir bemerken allerdings, dass es auf Seite der Österreicher immer noch Skepsis gibt“, so Georg Zanger, "es wäre viel mehr möglich.“

Standortvorteil Österreich

Denn prinzipiell passen heimische Unternehmen den Asiaten sehr gut ins Konzept. China strebt einen großflächigen Wandel an, will weg vom reinen Produktionsstandort, hin zur international erfolgreichen Industrienation. Dafür fehlt den Unternehmen aber nach wie vor oft das Know-how, die Innovationsfähigkeit. Schon in drei Jahren sollen laut Schätzungen von Asia Capital gleichviele Direktinvestitionen aus China wie nach China fließen. In den vergangenen Jahren hat sich Europa zu einem Kernziel entwickelt, vor allem der deutschsprachige Raum soll davon profitieren.

Österreich könne sich dabei auch gut als regionaler Headquarters-Standort etablieren, sagt Herbert Kovar von Deloitte. Internationale Schachtelbeteiligungen, die Gruppenbesteuerung sowie die heimische Forschungsprämie würden dafür Anreize bieten. Kritiker sagen allerdings, dass die politischen Beziehungen der beiden Länder schon besser waren. Außerdem machen es strenge Visa-Bedingungen Investoren schwer, physisch in Österreich zu sein. Eine Hürde, die offenbar unterschätzt wird.

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