Causa Meischberger/Mensdorff-Pouilly: Ex-Telekom-Chefs einvernommen

Hannes Wandl legt einen Gang zu. Der Wiener Staatsanwalt leitet seit 2010 die Ermittlungen im Strafverfahren Telekom Austria rund um dubiose Zahlungen an den PR-Berater Peter Hochegger. Das Geld soll laut Telekom-Revision ohne Gegenleistung geflossen sein und landete teilweise auch bei den amtsbekannten Lobbyisten Walter Meischberger und Alfons Mensdorff-Pouilly.

Diese Woche nahm sich Ankläger Wandl den Hauptbeschuldigten Rudolf Fischer zur Brust. Der bis Mitte 2008 für den Festnetzbereich des Telekommunikationsriesen zuständige Vorstandsdirektor Fischer wurde zu einer mehrstündigen Einvernahme ins Bundesamt für Korruptionsbekämpfung (BAK) vorgeladen. Der zweite Beschuldigte, Ex-Telekom-Vorstand Gernot Schieszler, wurde Ende der Vorwoche von den BAK-Ermittlern ordentlich in die Zange genommen.

Staatsanwalt Wandl prüft alle inkriminierten Geldflüsse. Sollten Fischer und Schieszler – für sie gilt die Unschuldsvermutung – nicht nachweisen können, dass für jede Rechnung eine nachvollziehbare Gegenleistung erbracht wurde, droht ihnen ein Gerichtsprozess wegen Untreue – ein Delikt, auf das sogar Haftstrafe stehen kann.

Neu im Fokus der Kriminalpolizei sind die von FORMAT enthüllten Huawei-Provisionen aus Telekom-Austria-Deals. Aus Geheimverträgen geht eindrucksvoll hervor, dass Peter Hochegger für an den Huawei-Konzern vermitteltete Geschäfte mit der Telekom Austria eine Provision von zehn Prozent des Auftragswerts von den Chinesen kassierte.

In den „Agreements“ zwischen Huawei und der zypriotischen Hochegger-Briefkastenfirma Astropolis wurde ein Mindestvolumen von 60 Millionen Euro vereinbart, was rein rechnerisch sechs Millionen Euro Provision für Hochegger bedeutet. Die Anklagebehörde interessiert nun, ob Hochegger die Huawei-Millionen möglicherweise mit Fischer oder anderen TA-Managern geteilt hat.

– SAN

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