Carlos
Slim – Vom Oligopolisten zum Angreifer

Carlos
Slim – Vom Oligopolisten zum Angreifer

Der Widerstand gegen die Übermacht von Carlos Slim in seiner Heimat Mexiko wächst – und treibt ihn in ruhigere Gefilde wie nach Europa.

Carlos Slim hat zu kämpfen. Und zwar nicht nur in Holland, wo sein Übernahmeangebot für die KPN nicht willkommen ist, sondern auch in seiner Heimat Mexiko. Letzten Mai kostete das den América-Móvil-Chef sogar den ersten Platz im Milliardärs-Ranking von Bloomberg. Slim ist nun nach Microsoft-Gründer Bill Gates mit einem geschätzten Vermögen von 69,1 Milliarden Dollar nur mehr der zweitreichste Mann der Welt.

Schuld an diesem Verlust ist ein Gesetz der mexikanischen Regierung, das die Marktdominanz des größten Mobilfunkanbieters Lateinamerikas brechen soll. América Móvil kontrolliert zur Zeit über Telmex 80 Prozent des Festnetzes und 70 Prozent des Internets in Mexiko, über Telcel besitzt der Konzern 70 Prozent des dortigen Handynetzes. Weltweit ist América Móvil die Nummer drei unter den Mobilfunkanbietern und die Nummer vier unter den Telekomkonzernen. Die OECD schätzt, dass die mexikanischen Telekom-Nutzer im Jahr sechs Milliarden Dollar zu viel bezahlen, weil Slims Konzern den Konkurrenten überhöhte Verbindunsgentgelte abverlangt. Insgesamt, so lauten Schätzungen, belaufen sich die Verluste für Mexikos Wirtschaft wegen Slims Oligopolstellung sogar auf 26 Milliarden Euro. Denn sein Imperium reicht weit über die Telekombranche hinaus: Seine Unternehmen repräsentieren rund ein Zehntel des mexikanischen BIP: von Banken über Versicherungen, Bergbau, Tabak bis hin zum Baugeschäft ist alles mit dabei. Scherzhaft wird Mexiko deshalb auch als „Slimlandia“ bezeichnet.

Bis zu diesem neuen Gesetz, das nun tatsächlich Wettbewerb im Land bringen soll, hat Carlos Slim eine Armada von Anwälten beschäftigt und 260 Gerichtsurteile erwirkt, um seine Dominanz abzusichern.

Diese zunehmenden regulatorischen Probleme in der Heimat und in anderen lateinamerikanischen Ländern seien der Hauptgrund, weswegen sich der zweitreichste Mann der Welt nun verstärkt Europa zuwendet, vermuten Analysten. Und noch ein Beweggrund dürfte dahinter stecken: Mit dem Engagement in Europa könne er seinen Erzfeind Nummer eins, die spanische Telefónica, auf deren ureigenstem Territorium attackieren. Und genau das passiert soeben beim KPN-Deal.

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