Byebye Babylon: Wiens exklusivstes Bordell
schließt mit Jahresende 2009 seine Pforten

Coburg-­Eigentümer Peter Pühringer hat die Immobilie erworben und macht aus dem sündigen Etablissement einen Finanztempel.

Die Aufregung an den Herrenstammtischen in Wiens schicken Promilokalen ist groß. „Habt ihr’s schon gehört? Das Babylon sperrt zu“, erzählt ein bekannter Manager seiner illustren Burschenrunde beim Nobelitaliener in der Innenstadt. „Was? Wo sollen wir denn dann hin?“, fragen ihn gleich zwei seiner Freunde. „Hoffentlich ist’s nur ein Gerücht, mal abwarten“, will er die Gruppe beruhigen. Nein, ein Gerücht ist es nicht.

Räume fürs Coburg
Wie FORMAT in Erfahrung brachte, schließt Wiens exklusivstes Puff Ende 2009 tatsächlich seine Pforten – wie es heißt, für immer. Peter Pühringer, Eigner der Nobelherberge Coburg, hat Babylon-Chef Peter Bretterklieber die Immobilie an der Seilerstätte 1 soeben um 7,5 Millionen Euro abgekauft. Der Deutsche will das ans Babylon angrenzende Coburg ausbauen und zusätzliche Räumlichkeiten für seine Vermögensverwaltung schaffen. Besonders häufig dürfte es den 67-Jährigen dort aber nicht hinziehen: Um der drohenden Einführung der Vermögenszuwachssteuer zu entkommen, haben Pühringer und seine Frau Karla ihren Hauptwohnsitz nun nach Luzern verlegt.

Ende einer Ära
Ausgestopfte Nashörner, Nerztapeten, barocke Antiquitäten, Murano-Luster – das Wiener Babylon zählt zu den nobelsten Bordellen Europas. Erst vor einem Jahr hatte Bretterklieber sein Etablissement um 400 auf gut 3.000 Quadratmeter erweitern lassen. 500 Euro pro Stunde zahlen seine Gäste, darunter Politiker, Schauspieler und Wirtschaftstreibende, den angeblich schönsten Frauen der Stadt für ihre Dienste. Selbst Superstars wie die beiden US-Schauspieler Bruce Willis und Mickey Rourke haben schon mal einen Abstecher ins Babylon gemacht.

Diskret und überarbeitet
Bretterklieber wird von der High Socie­ty für seine, wie es heißt, „unglaubliche Diskretion“ geschätzt. Der Steirer hat es vom Diskjockey, Koch und Kellner zum Aushängeschild der Rotlichtszene gebracht. Bretterklieber betreibt auch je ein Bordell in Klagenfurt und Salzburg, zirka 300 Frauen arbeiten für ihn. Der 57-Jährige gilt als sehr medienscheu, auf Anfrage sagt ein Babylon-Manager, „Helmut“, Bretterklieber sei derzeit nicht erreichbar. Wie ein Stammgast erzählt, überlegt Bretterklieber nun sogar, sein Bordell in Klagenfurt zu verkaufen, weil er schlicht überarbeitet sei. Bretterklieber selbst sagt in einem seiner seltenen Interviews im Buch „Die nackte Elite“: „Ich ziehe mich selbst immer wieder hinauf, lüge mir etwas vor. Dass ich nicht müde bin, auch wenn ich nur von vier bis acht Uhr geschlafen habe und in der Nacht von Wien über Klagenfurt nach Salzburg und von dort wieder nach Wien gefahren bin.“ Jetzt dürfte Peter Bretterklieber aber doch zur Ruhe kommen, und auch seine vielen Gäste – wenn auch unfreiwillig.

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