BUWOG-Affäre: Neuer Zeuge belastet Plech und Grasser

Ein neuer Zeuge belastet Karl-Heinz Grasser und dessen Partner Ernst Plech.

Das ist ein scheißabgekartetes Spiel, und er zeigt euch jetzt an.“ Mit diesen Worten trieb Christian P. im Frühjahr 2004 seinem damaligen Arbeitgeber Ernst Karl Plech die Schweißperlen auf die Stirn. Sein Bruder Michael Ramprecht hatte geplant, alle illegalen Buwog-Aktivitäten öffentlich zu machen.

Doch er, Christian, habe ihm das in letzter Minute ausgeredet. Doch Plech reagierte alles andere als amused, sagte Christian P. gegenüber dem Staatsanwalt unter Wahrheitspflicht aus. FORMAT liegt das brisante Protokoll der dreistündigen Einvernahme exklusiv vor.

Der Grund für Plechs Ärger: „Michael erklärte mir, dass es um den Buwog-Verkauf und um Karl-Heinz Grasser und Plech geht. Er hat sich fürchterlich darüber aufgeregt, dass die beiden alles manipulieren und alles eine abgekartete Partie ist. Auf meine Frage, wie er das alles beweisen wolle, sagte Michael, dass er manchmal Gespräche mit dem Handy aufgenommen hat und auf einer Sprachdatei gespeichert habe.“

Christian P. arbeitete viele Jahre für Ernst Karl Plech und genießt – im Gegensatz zu Ramprecht – sogar bei Plech einen guten Ruf. Warum er den Bruder verpfiff? „Ich dachte mir, es wäre schmeichelhaft für mich, wenn ich Plech erzählen würde, dass ich am Wochenende Michael von Anzeigen gegen ihn abgebracht hätte.“ Doch Plech reagierte laut Protokoll alles andere als cool: „Ich sah an seiner Aura, dass er nervös war. (…) Plech fragte, worum es überhaupt geht. Ich sagte: Ich weiß über diesen depperten Buwog-Verkauf keine Details. (…) Mein Bruder sagte, das ist ein scheißabgekartetes Spiel, und er zeigt euch jetzt an. Dann kam der Augenblick, als Plech die Farbe im Gesicht verlor, er wurde weiß auf den Lippen. Ich fragte ihn, ob ihm vorher nie aufgefallen wäre, dass Michael manchmal Gespräche mitgeschnitten hat. Das Weiß wurde noch weißer, er war kurz vor dem Kollaps. Plechs Reaktion war: ‚Nicht nur Ihr Bruder, auch ich habe Gespräche mitgeschnitten.‘“

Zeuge P. weiter: „Dann kam von Plech die für mich schockierende Reaktion: Plech stand auf und beugte sich mit einer Drohgebärde gegen mich und sagte zu mir: ‚Und wenn ich mein ganzes Geld dafür verwenden muss, ich werde Ihren Bruder und seine Familie vernichten.‘ (…) In meiner Anwesenheit hat Plech dann Meischberger angerufen. ‚Du, der Bruder vom Michi sitzt mir gegenüber und tischt mir eine unglaubliche Geschichte auf. Wir müssen uns sofort sehen.‘“

Die Reaktion: Michael Ramprecht wurde zum Schweigen gebracht – zumindest bis zum Vorjahr. Er war der Erste, der via „profil“ den Buwog-Verkauf öffentlich als „abgekartetes Spiel“ bezeichnete.

-Ashwien Sankolkar

Lesen Sie bitte weiter im aktuellen FORMAT 37/2010

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