Brennstoffzellen-Autos: Die Vor- und Nachteile der Antriebstechnik im Überblick

Mercedes, Toyota und Opel arbeiten an serienreifen Wasserstoffautos. Doch die Technik ist teuer, und Tankstellen fehlen weitgehend.

Auf der IAA, der weltgrößten Automesse, erregte erstmals ein mit Wasserstoff betriebenes Fahrzeug großes Aufsehen: das Forschungsauto Mercedes F125. Dieses S-Klassen-Modell bietet einen Vorgeschmack darauf, wie emissionsfreies Fahren mit Wasserstoff in der Zukunft aussehen soll. Daimler-Chef Dieter Zetsche glaubt, dass die Brennstoffzelle vor allem für größere Autos die Zukunft sein wird. Die Schwaben haben eine Weltumrundung mit Wasserstoff-Autos absolviert, um zu beweisen, dass diese alltagstauglich sind.

Der Antrieb hat drei große Vorteile gegenüber jenem von Elektroautos: Das Tanken dauert nur etwa gleich lange wie für ein Auto mit Verbrennungsmotor; die Technik ist gerade bei großen Autos sinnvoll, da die Reichweite selbst bei Limousinen schon jetzt 400 Kilometer beträgt; und im Gegensatz zu Elektroautos wird der Strom im Auto erzeugt. Beim Stromer wird die Energie von außen zugeführt und im Auto nur gespeichert – weshalb die Reichweite deutlich geringer ist.

1.000 Kilometer ohne Tanken

Ziel von Mercedes ist es, mit einer Wasserstoff-Limousine 1.000 Kilometer am Stück fahren zu können. Vor allem eine neue Speichertechnik macht Wasserstoff attraktiv. Dabei wird der Wasserstoff von einem Verbundspeicher aufgenommen. Dieser muss nur mit einem vergleichsweise geringen Druck von 30 Bar befüllt werden. Bisher musste der Wasserstoff mit 700 Bar im Auto zusammengepresst werden. Explodiert ein Tank mit einem derart großen Druck, kann das Folgen wie bei einem Bombeneinschlag haben. Diese Gefahr ist mit der neuen Methode weitgehend gebannt.

Allerdings benötigt man bei sogenannten H-Fahrzeugen Wasserstoff in großen Mengen. US-Forscher haben jetzt jedoch eine neue Methode zur Gewinnung von H2 entwickelt.

Der Mercedes F125, der laut Plan 2025 in Serie geht, soll einer klassischen Limousine um nichts nachstehen. Das Auto soll eine Dauerleistung von 170 kW zustande bringen und in 4,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen. Die Spitzengeschwindigkeit des mit einem Lithium-Schwefel-Hochvoltakku ausgestatteten Autos soll 313 km/h betragen. Den Wasserstoff speichert der F125 nicht in einem unförmigen Tank, sondern in einem Teil der Karosserie.

Drei H-Autos geplant

Die ersten serienreifen Modelle, die mit Brennstoffzellen betrieben werden, sollen bereits im Jahr 2014 auf den Markt kommen. Daimler macht mit dem F-Cell-Plug-In-Hybrid der B-Klasse den Auftakt – Toyota und Opel folgen. Bei Toyota ist der Marktstart des Brennstoffzellenhybrids FCHV für 2015 geplant. Dabei ersetzt eine Brennstoffzelle den im bisherigen Vollhybrid-Modell üblichen Verbrennungsmotor. Auch Opel will 2015 mit dem HydroGen4 das erste Wasserstoffauto als Großserie anbieten.

Doch die Technik hat für potenzielle Kunden einen gravierenden Haken: den Preis. Einer Berechnung der Berater von McKinsey zufolge wird der Antrieb selbst in zehn Jahren mehr als doppelt so teuer sein wie ein Benziner. Mercedes hofft, in etwa drei Jahren auf den Preis eines Diesel-Hybrids zu kommen. Das wären rund 35.000 Euro für einen Motor.

Ein weiteres Problem ist die Schaffung einer Tankstellen-Struktur. Denn die ist praktisch nicht vorhanden. Mercedes plant zwar, in Deutschland 20 Tankstellen selbst zu finanzieren, will aber, dass der Staat den Großteil der Kosten übernimmt. Weltweit gibt es bisher nur vereinzelt solche Tankstellen.

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