Bank-Austria-Manager Helmut Bernkopf steigt in den Vorstand der UniCredit auf

Bank-Austria-Manager Helmut Bernkopf, 44, steigt in den Vorstand der UniCredit auf und übernimmt dort die Leitung des Private Banking.

Helmut Bernkopf lächelt breit. Nein, beworben habe er sich nicht, man habe ihn gefragt. Und wenn Mailand fragt, dann kann man nicht Nein sagen. Und man will es auch nicht. Immerhin zieht der gebürtige Wiener mit sofortiger Wirkung in den Vorstand der Bank-Austria-Mutter UniCredit ein und übernimmt das gesamte Private-Banking-Geschäft des Finanzkonzerns mit Sitz in Mailand. „Natürlich ist das für mich ein toller Move“, freut sich der 44-Jährige, der damit in das höchste Entscheidungsgremium der Bankengruppe aufsteigt.

Bernkopf ist Bank-Austria-Urgestein. Das Geldinstitut ist sein erster und bisher einziger Arbeitgeber. In den 17 Jahren seit seinem Eintritt 1994 ist dem WU-Absolventen dennoch nie langweilig gewesen. 1997 ging er nach London, 2000 nach Bukarest, 2005 übertrug man ihm die gesamte CEE-Division der BA, 2007 machte er als Vorstand des Tochterinstituts International Moscow Bank Station in der russischen Hauptstadt, von wo er 2008 von Erich Hampel als Leiter des Firmenkundengeschäfts in den Vorstand der BA berufen wurde. „Für mich war entscheidend, dass er in allen Funktionen und auch unter schwierigen Umständen einen extrem erfolgreichen Job gemacht hat“, begründet der Ex-BA-General seine damalige Entscheidung.

Guter Zuhörer

Weggefährten wie IV-Präsident Veit Sorger, der mit ihm im Lenzing-Aufsichtsrat sitzt, heben seine soziale Kompetenz hervor: „Er hat sich durch all diese Umstrukturierungen und Fusionen der Bank hindurch immer extrem um die Kunden bemüht und kann gut zuhören. Schließlich ist er auch privat gesellig und humorvoll.“ Siemens-Chef Wolfgang Hesoun schätzt „die absolute Handschlagfähigkeit und sein profundes Verständnis für das operative Geschäft von Industrieunternehmen“.

Bernkopf selbst beschreibt sich als jemanden, der Herausforderungen nie abgeneigt ist. Eine Eigenschaft, die er im neuen Job brauchen wird. Denn obwohl die UniCredit mit 160 Milliarden Euro verwaltetem Vermögen die Nummer fünf im europäischen Private Banking ist, gibt es hier noch viel Potenzial. Vor allem im CEE-Raum soll der Österreicher das Geschäft ankurbeln. Ziel sei auf Fünfjahressicht ein deutlich zweistelliges Wachstum und bessere Kommunikation: „Wenn man heute über Private Banking spricht, denkt man nicht unbedingt als Erstes an die UniCredit. Das muss sich ändern.“

Start mit Handicap

Dass der BA-Manager zu einem schwierigen Zeitpunkt nach Mailand geht, ist ihm wohl bewusst (siehe auch Interview ). Die Anleger sind verunsichert, und erst vergangene Woche hat die Schuldenkrise Italien mit voller Wucht erwischt, was auch den Kurs der UniCredit-Aktie um über 20 Prozent abstürzen ließ (siehe auch UniCredit-Story ). Dennoch will sich der „extrem fleißige Manager“ (Sorger) davon nicht demotivieren lassen. „Im Private Banking kommt es so wie im Firmenkundengeschäft auf die langfristige Beziehung an. Der Kunde muss das Commitment seines Betreuers spüren.“

Langfristige Verlässlichkeit hat Bernkopf in seinem Privatleben jedenfalls bereits bewiesen. Seine typische Sprache – dicht von englischen Vokabeln durchsetzt – ist nicht Weltläufigkeit mimender Banker-Jargon, sondern Ergebnis seiner Ehe mit einer Britin. Die beiden Kinder – 13 und 15 Jahre alt – sind zweisprachig aufgewachsen.

Die Familie, die den Vielflieger zu Karrierestationen nach London und Bukarest begleitet hat, bleibt jedoch diesmal zurück. Die Sprösslinge sollen schließlich noch in Wien ihre Reifeprüfung ablegen. Der Vater macht das in anderer Weise in Mailand.

– Stephan Klasmann

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