Bangen um die Zukunft der Immofinanz: Gelder der Immoeast verschwunden

Weil offenbar Geld der Immoeast im Dickicht der Constantia Bank verschwunden ist, geht bald eine weitere Anzeige bei der Justiz ein.

Der Krimi um den Immofinanz-Konzern spitzt sich immer noch zu. Die­se Woche traten Aufsichtsrats­chef Wolfgang Reithofer und sein Vize Reinhard Süßenbacher nur vier Wochen nach der Bestellung zurück. Sie haben das sinkende Schiff verlassen, wie dieser Schritt zu Recht interpretiert wurde.
Parallel zu den Rücktritten konnte FORMAT ein weiteres brisantes Detail in Erfahrung bringen: Die finanziell angeschlagene Immofinanz-Tochter Immoeast sollte am 20. Oktober eine Tranche von rund 150 Millionen Euro aus einer Unternehmensanleihe einer Gesellschaft namens Immofinanz Beteiligungs AG (IBAG) zurückgezahlt bekommen. Aber das Geld kam nicht an. Insgesamt 900 Millionen Euro hat die Immoeast bei der IBAG veranlagt, 520 Millionen Euro davon sind noch offen.

Sachverhaltsdarstellung an den Staatsanwalt
FORMAT hat die IBAG schon öfters als wichtiges Rad im Milliardenkarussell rund um Immofinanz und Constantia Privatbank (CPB) bezeichnet. Das scheint sich nun zu bestätigen. Der neue Immofinanz-Chef Thomas Kleibl bringt in den nächsten Tagen eine Sachverhaltsdarstellung bei der Staatsanwaltschaft ein. Der „begründete Verdacht“, wie es heißt: Das Darlehen der Immofinanz wurde zwar an die IBAG überwiesen, deren Organe dürften aber davon nichts gewusst und über das Geld nicht verfügt haben.

Gesucht werden 520 Euro
Die Justiz soll klären, wer in der CPB über die Konten verfügte und was mit den Mitteln geschehen ist. CPB-Chef war damals Karl Petrikovics, der sich aber nicht äußern will. Weder der IBAG-Vorstand, der frühere Notar Gerhard Pauser, noch Kleibl wissen, wo sich die 520 Millio­nen Euro befinden – und ob sie überhaupt noch da sind.
Gleichzeitig will die Immoeast nun die Haftung, welche die Constantia B.V. am 19. August für die IBAG abgegeben hat, in Anspruch nehmen – und zuvor die Werthaltigkeit dieser Forderung feststellen. Eine inter­essante Frage: Denn Christine de Castelbajac, die Eigentümerin der Constantia B.V., hat viel von ihrem Vermögen verloren. Die Constantia Bank musste sie um einen Euro verschenken. Gegen die CPB will Kleibl übrigens schadenersatzrechtliche Haftungen prüfen – eine brisante Situation auch für Karl Petrikovics.

Aktionäre werden nervös
Der Immobilienkonzern wackelt immer bedrohlicher. Die Immoeast braucht das Geld aus der Anleihe dringend. Kommt es nicht – auch nicht von der Constantia B.V. –, wäre sie noch dringender auf die Rückzahlung des Kredits über 1,8 Milliarden Euro, den sie der Immofinanz gewährte, angewiesen. Aber diese braucht bis Ende des Jahres selbst 150 Millionen Euro zum Überleben.
Angesichts der massiven Verluste bei Immofinanz und Immoeast wetzen Anlegervertreter schon die Messer. Neben dem Prozessfinanzierer Advofin und dem Verein für Konsumenteninformation (VKI) kündigt Ex-Justizminister Dieter Böhmdorfer eine Aktion an. „Wir bereiten etwas bei Immofinanz vor. In den nächsten Wochen können wir mehr sagen“, erklärt der Rechtsanwalt.

Von Angelika Kramer und Barbara Nothegger

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