Bahas Traum von der Formel Superfund: Zeitpunkt für einen Einstieg besser denn je

Superfund-Chef Christian Baha will jetzt in die Formel 1 einsteigen. Kosten: Mindestens 46 Millionen Euro. Doch die Konkurrenz ist groß.

Er kann es einfach nicht lassen. Christian Baha ( im Bild ), der es vom Polizisten zum Top-Player in der Investment-Branche gebracht hat, will jetzt in den Motorrenn­sport einsteigen. Nicht irgendwo, sondern ganz oben, in der Formel 1. Schon vor fünf Jahren wollte der Chef des österreichischen Hedgefonds Superfund mit einem eigenen Rennstall durchstarten, doch selbst Testimonial Niki Lauda konnte die Sache nicht in die Gänge bringen. Die Formel Superfund blieb ein Traum.

Gute Vorbereitung, starke Konkurrenz
Jetzt soll alles anders werden – mit realen Aussichten auf Erfolg. Dafür soll auch Alexander Wurz sorgen. Ihm blieben F1-Siege oder gar WM-Titel zwar versagt, aber immerhin fuhr er für namhafte Teams wie McLaren-Mercedes oder Williams. „Abwarten, ob die Sache jetzt aufgeht, aber der Plan ist gut“, sagt Niki Lauda über Christian Bahas hochgesteckte Ziele. Um es vorneweg zu sagen: Fix ist Bahas Einstieg in die Formel 1 nicht. Grund dafür sind die rigiden Vorschriften der FIA. Zusätzlich zu den zehn aktuellen F1-Teams werden bestenfalls drei weitere zugelassen. Experten geben Superfund im Vorfeld nicht gerade die besten Chancen, schließen einen Einstieg aber auch nicht aus. „Superfund ist bestens vorbereitet, hat aber starke Konkurrenz“, sagt Formel-1-Reporter­legende Heinz Prüller, der das ambitionierte Vorhaben Bahas lobt: „Je mehr Österreicher mitmischen, desto besser.“

"Optimal für weltweites Branding"
Die Entscheidung über die Teilnahme fällt am Freitag in Paris. Superfund-Motorsportchef Martin Schneider hofft auf grünes Licht seitens der FIA und verweist auf den guten Ruf des Unternehmens. Mit dem Einstieg in die Königsklasse des Autorennsports will der 40-jährige Baha auf Kundenfang gehen und die Bekanntheit der Marke Superfund steigern. „Die Formel 1 eignet sich optimal für ein weltweites Branding“, ist er überzeugt.
Doch Baha, der heute in der Schweiz lebt, weiß, dass es kein leichtes Rennen wird. Gleich eine ganze Reihe aufstrebender Rennställe, darunter Lola, US F1 und ein spanisches Campos-Meat-1-Team, haben sich für die Saison 2010 eingeschrieben – und brav ihre Hausaufgaben gemacht. Prodrive, der Rennstall des international anerkannten Formel-1-Mannes David Richards etwa, will mit McLaren-Mercedes zusammenarbeiten. Seine Boliden sollen unter dem Namen Prodrive starten, ab 2012 dürfte die Mannschaft dann als Aston-Martin-Team fahren.

46 Millionen Euro für den Einstieg
Bahas Motorsportchef Schneider ist dennoch überzeugt, mithalten zu können: Denn Superfund plant ebenfalls eine Koope­ration mit einem bestehenden Formel-1-Team. Namen wolle er jetzt noch keine nennen. Die Motoren für die beiden Rennwagen werde man jedenfalls von Cosworth beziehen, ein Vorvertrag sei schon unterzeichnet. Die Voraussetzungen für Superfund, in die Formel 1 einzusteigen, könnten derzeit kaum besser sein. Bei „nur“ 40 Millionen Pfund, also 46 Millionen Euro, liegt der Mindesteinsatz der Teilnehmer. „Die Kosten zum Betreiben eines Teams sind gesunken, wir sehen das als Gelegenheit“, sagt auch Wurz. Im Klartext: Finanziell weniger stark aufgestellte Mannschaften werden unterstützt. So übernimmt die FIA im ersten Jahr zum Beispiel die Kosten für den Motor. Dadurch will man für Gleichberechtigung unter den Teilnehmern ­sorgen. Doch die wird es wohl nie so ganz geben. Manchen Top-Rennställen stehen mehr als 200 Millionen Euro zur Verfügung.

Auf "Didi" Mateschitz' Spuren
Man kann sich freilich nicht ganz des Eindrucks erwehren, dass Sportfreak Baha Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz zumindest ein klein wenig nacheifern will. Der darf sich ja dank seinen Fahrern Sebastian Vettel und Mark Webber über Erfolge und internationale Aufmerksamkeit freuen. Doch mit dem Bullen wollen die Superfund-Manager nicht so gern verglichen werden: „Wir haben ein Finanzprodukt, das in jedes Portfolio gehört“, so Schneider. Das Formel-1-Management von Superfund hat aber freilich denselben Effekt wie für Red Bull: Vor allem große Märkte wie China sollen auf die Qualitäten der Austro-Brand aufmerksam werden. Baha ist schon seit Jahren im Sport­sponsoring aktiv, bislang allerdings eher mit Österreich-Fokus. So unterstützt er etwa Schwimmerin Mirna Jukic oder die Fußballvereine Pasching und Kapfenberg. Mit US-Skiwunder Bode Miller wurde Superfund erstmals international, das ­geplante Formel-1-Engagement soll den eingeschlagenen Kurs fortsetzen. Gegenüber Freunden hat Baha bereits mehrfach gesagt, dass seine Chancen, von der FIA gehört zu werden, gering seien. Aber da es manchmal auch Wunder gebe, wolle er es dennoch probieren.

Von Silvia Jelincic

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