Austro-Investor Pühringer hat in der Schweiz ein Hotel der Superlative gebaut

Eh herrscht das Motto "Klotzen, nicht kleckern“ beim Renovieren des altehrwürdigen Fünfsterne-Hauses am Vierwaldstättersee, das Pühringer von der Familie Oetker erworben hat.

Austro-Investor Pühringer hat in der Schweiz ein Hotel der Superlative gebaut

So kann es aussehen, wenn eine Hoteleröffnung alle Stücke spielt: Die Wiener Philharmoniker geigen auf, die Sängerknaben trällern um die Wette, das Ensemble des Theaters an der Josefstadt gibt ein Stück zum Besten, und als Draufgabe folgt ein Monster-Feuerwerk.

So geschehen in der Schweizer 1.300-Seelen-Gemeinde Vitznau vor zwei Wochen. Pompös, geradezu bombastisch war das Schauspiel, das der österreichische Investor Peter Pühringer seinen rund 100 Gästen zur Eröffnung des Park-Hotels Vitznau bot.

Luxus-Tempel der Superlative

Überhaupt herrschte das Motto "Klotzen, nicht kleckern“ beim Renovieren des altehrwürdigen Fünfsterne-Hauses am Vierwaldstättersee, das Pühringer von der Familie Oetker erworben hat. Insgesamt wurden rund 275 Millionen Franken, umgerechnet 225 Millionen Euro, in den mehr als drei Jahre dauernden Umbau des Belle-Epoque-Gebäudes investiert. Zahlreiche Innenarchitekten aus Österreich, Spanien, Deutschland und der Schweiz waren unermüdlich im Einsatz, um die 47 Suiten - jede in einem anderen Stil - zu gestalten.

"Wichtig dabei war uns, dass überall im Haus Durchsicht auf den See besteht und dass wir den ursprünglichen Stil des Hotels weitgehend beibehalten“, erläutert Michael Horacek, Präsident der Hospitality Visions Lake Lucerne AG und zuständig für den Betrieb des Hotels. Das Ergebnis der exzessiven Renovierungsarbeiten ist ein Luxus-Tempel der Sonderklasse: Im Wellnessbereich tummeln sich in einem 67.000-Liter-Aquarium nicht weniger als 7.000 Meeresfische und eigens von den Seychellen eingeflogene Korallen.

Ähnlich wie auch schon im Wiener Palais Coburg, das ebenfalls Pühringer gehört, nimmt der Weinkeller einen wichtigen Raum ein. Rund 30 Millionen Franken soll allein dieser Weinkeller, der Heimat für 60.000 edle Flaschen sein wird, gekostet haben. Ein mit Michelin-Stern dekorierter Koch, der den Gästen private Kochkurse gibt, gehört ebenso zum Hotelinventar wie Sound-Systeme in jeder Suite.

Klinik & Vermögensverwaltung inklusive

All das hat natürlich auch seinen Preis: Pro Nacht muss ein Gast zwischen 900 Franken für eine Junior Suite und 4.900 Franken für eine Residenz hinblättern. Dafür wird ihm in Vitznau weit mehr als in einem klassischen Hotel geboten: "Wir wollen hier Kultur mit Wissenschaft, Finanz-Service und eine Klinik in einem Haus vereinen. Wir wollen Mehrwert bieten“, sagt Horacek. Auf vier Etagen des Hotels befindet sich eine Neuro-Rehaklinik mit sechs bis acht Ärzten, die rund um die Uhr im Einsatz sind. Und auch Pühringers ZZ Vermögensverwaltung betreibt in Vitznau eine Dependance.

Millionär Pühringer hat seine frühere Residenz im Coburg vor einigen Jahren verlassen und ist mit seiner Frau an den Vierwaldstättersee gezogen - nicht zuletzt wegen der erhöhten Stiftungssteuern in Österreich. Die operative Führung seines Imperiums hat er vor kurzem abgegeben; an Vertraute wie Michael Horacek. Der sagt: "Die österreichische Politik ist den Projekten von Herrn Pühringer nicht gerade förderlich. Gemeinnützige Stiftungen derart hoch zu besteuern, ist sicher kontraproduktiv.“

Aber auch in der kleinen Schweizer Gemeinde haben die Pläne des Austro-Millionärs anfangs gehörig für Wirbel gesorgt. Eine großzügige Spende an die Gemeindekasse in Höhe von fünf Millionen Franken ließ dann aber auch die lautesten Kritiker verstummen. Im Gegenzug für die Spende beschloss die Gemeinde Vitznau vor zwei Jahren eine beträchtliche Steuersenkung. Und Pühringer weiß sich dafür auch zu bedanken. Denn das Parkhotel Vitznau - es beschäftigt rund 150 Mitarbeiter - soll nicht das einzige Projekt des Exil-Österreichers in der Region bleiben: In der Nachbargemeinde Weggis wird gerade um 80 Millionen Franken das Viersterne-Hotel Hertenstein auf Vordermann gebracht. Die Eröffnung ist für Juni avisiert.

In Vitznau selbst hat Pühringer auch noch Großes vor. Zwischen 100 und 200 Millionen Franken sollen in ein weiteres Hotel und einen Konzertsaal für 400 Personen fließen. Mitte 2014 entscheidet sich, wie üppig dieses nächste Mega-Projekt genau ausfällt. Gerade beim Bau von Konzertsälen musste Pühringer in Wien bereits leidvolle Erfahrungen sammeln: Für den Bau einer Spielstätte für die Wiener Sängerknaben im Augarten musste er monatelang mediale Schelte einstecken, Demonstranten belagerten sogar den Augarten - obwohl der Mäzen insgesamt 30 Millionen Euro für die Heimstatt der Sängerknaben springen ließ.

Der Ärger ist wohl auch ein Grund, weshalb Pühringer Österreich den Rücken gekehrt und sein Geld in die Schweiz transferiert hat. Und die Sängerknaben kann man ja auch kurzerhand einfliegen lassen.

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