Aufträge an die Werbeagentur Euro RSCG beschäftigen Telekom-Sonderprüfer

Die Euro RSCG stellte der Telekom Scheinrechnungen aus. Die Agenturchefs mussten deshalb gehen. Der Staatsanwalt ermittelt.

Die Werbeagentur Euro RSCG erfüllt ihrem Großkunden Telekom Austria offenbar jeden Wunsch. Als Generaldirektor Hannes Ametsreiter nach Amtsantritt 2009 Interesse an einem „Tesla Roadster“ (Wert: 130.000 Euro) zeigte, machte die Agentur das möglich. „Der Tesla gehört der Euro RSCG Vienna“, sagt Agenturleiter Frank Bodin. Erworben wurde er am 19. Dezember 2009. Für Ametsreiter stehe er jederzeit bereit.

Dem Wirtschaftsmagazin „ trend “ erzählte Ametsreiter im Vorjahr, dass er mit dem Elektroauto häufig zu Terminen fahre. Aber nicht um anzugeben, sondern um zu beweisen, dass „wir uns mit diesem wichtigen und innovativen Thema auseinandersetzen“. Das Auto diene „für Promotionzwecke“ und werde „natürlich bezahlt“, heißt es aus der Telekom-Pressestelle.

Die diese Woche veröffentlichten neuen Compliance-Regeln der Telekom rücken das außergewöhnliche Carsharing dennoch in ein eigenartiges Licht. Immerhin hat die Euro RSCG bis 2011 den zwei Millionen Euro schweren Telekom-Werbeetat erhalten. Ob das den Compliance-Regeln entspricht, wird geprüft.

Denn die Telekom-Revision ist auf noch viel wildere Werbegeschäfte mit der Euro RSCG gestoßen. Die lassen den Verdacht aufkeimen, dass die Werbeagentur einigen Telekom-Managern als Gelddrehscheibe gedient hat.

So zieht der Konzern seit der Vorwoche gegen seinen ehemaligen Marketingmanager Stefan Tweraser gerichtlich zu Felde. Ihm wird vorgeworfen, zumindest eine halbe Million Euro veruntreut zu haben. Bei der mutmaßlichen Straftat soll die Euro RSCG eine wichtige Rolle gespielt haben: Die Werbeagentur stellte der Telekom am 20. Juni 2007 eine Rechnung über 585.600 Euro. Die von Tweraser und Ex-Telekom-Vorstand Gernot Schieszler genehmigte Faktura wurde für die Erstellung eines strategischen Konzepts für den Sponsoring-Auftritt der Telekom im Rahmen der Fußball-Europameisterschaft 2008 ausgestellt. Aber es war eine Scheinrechnung, wie die Revision herausfand. Denn es gab keine Gegenleistung. Das nährt den Kickback-Verdacht, dass nämlich die Euro RSCG das Geld an TA-Manager weitergeleitet hat und im Gegenzug mit realen Telekom-Werbeaufträgen versorgt wurde.

Nach einem „Presse“-Bericht im Oktober 2011 wurde die interne Revision des Mutterkonzerns Euro RSCG Worldwide auf die mutmaßlichen Malversationen aufmerksam – und griff beinhart durch: Die langjährigen Agenturchefs Albert Essenther und Gustav Eder-Neuhauser wurden aus der Geschäftsführung entfernt. „Die Kreativität und die Geschäftszahlen waren nicht mehr befriedigend“, betet der jetzige Chef, Andreas Geyr, die offizielle Sprachregelung runter. Und das Revisionsergebnis? „Das ist ein Geschäftsgeheimnis.“ Ein Geheimnis, das der Staatsanwalt bald lüften wird.

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