Aufsichtsratschef Freimut Dobretsberger im FORMAT-Interview

Der Aufsichtsratschef der A-Tec hofft, dass sich ein neuer Retter für den insolventen Konzern findet. Der könnte Penta heißen.

FORMAT: Herr Dobretsberger, der Verkauf der A-Tec steht offenbar unter keinem guten Stern, nun ist auch der Bieter Solstice weg. Was kann man jetzt noch tun?

Freimut Dobretsberger: Der Druck steigt natürlich enorm. Wir hoffen, dass bei der Hauptversammlung am Mittwoch dennoch über ein Angebot abgestimmt werden kann. Daher sollen auch wieder die Gespräche mit dem Fonds Penta aufgenommen werden. Dem Treuhänder und dem A-Tec-Management liegt viel daran, mit Penta konstruktiv zu verhandeln.

FORMAT: Dabei hieß es, das Penta-Angebot sei rechtlich bedenklich.

Dobretsberger: Das ist auch so, aber wenn es korrigiert wird, ist es bestimmt möglich, eine gute gemeinsame Lösung zu finden.

FORMAT: Worin lag das Problem?

Dobretsberger: In der Art der Finanzierung. Penta bot 20 Millionen Euro Eigenkapital, den Rest, also fast 190 Millionen, in Form von Krediten. Die Verzinsung dafür lag bei zwanzig Prozent, die Zinsen würden sich somit auf 38 Millionen Euro jährlich belaufen – bei einer Fälligkeit von drei Jahren. Das könnte nie aus dem operativen Geschäft bezahlt werden und würde zur Enteignung der Aktionäre führen. Das kann der Aufsichtsrat nicht verantworten. Das letzte Angebot von Penta, wo es nur um Brixlegg geht, scheiterte auch an der Finanzierung.

FORMAT: Penta hat die A-Tec geklagt, weil die drei ausländischen Bieter über die Firma Contor den Zuschlag erhalten haben. Penta behauptet, hinter Contor stehe ein „Strohmann“ …

Dobretsberger: Unsinn, Penta hat das Angebot für Brixlegg selbst über Contor gelegt. Contor ist ja nur ein Vehikel, über das Angebote abgegeben werden können. Wissen Sie, was mir am meisten leidtut? Dass es keine Hilfe für die A-Tec gibt. Die Politik und die österreichischen Banken stecken den Kopf in den Sand, der Erhalt der Arbeitsplätze kümmert keinen. Die Banken schreiben Rekordgewinne, es wäre leicht, die A-Tec aufzufangen. Von Raiffeisen bin ich besonders enttäuscht. Statt uns zu helfen, hat uns die Raiffeisen Bank International ohne triftigen Grund den Kredit für die frühere A-Tec-Tochter Dörries Scharmann fällig gestellt, weshalb wir verkaufen mussten. Das hat einen Schaden von 40 Millionen Euro verursacht.

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