ATV-Chef Bauer über das neue Seherverhalten und den Start von ATV 2

FORMAT: Herr Bauer, nächste Woche geht ATV 2 on air. Wie sind Ihre Erwartungen?

Bauer: Wir haben intensiv an der Entwicklung gearbeitet und sind davon überzeugt, dass unser neuer Sender gut ankommen wird. Nach sechs Monaten wollen wir Servus TV einholen, und nach einem Jahr rechnen wir mit einem Prozent Marktanteil. In den nächsten zwei Jahren wollen wir zwei Prozent ansteuern.

FORMAT: Das klingt ambitioniert, aber der österreichische Fernsehmarkt ist hart umkämpft. Was machen Sie besser?

Bauer: Wir bauen die Nachrichtenberichterstattung stark aus, es wird auch mehr Kulturangebote geben, etwa Spezialausgaben der Sendung „Highlights“ und Opernübertragungen. An drei Tagen werden Filme in der Primetime gezeigt. Hier profitieren wir vom großen Rechtefundus unserer Muttergesellschaft Tele München. Zudem wollen wir beliebte Formate wie „Bauer sucht Frau“ oder das tägliche Magazin „ATV Life“ auf ATV 2 wiederholen.

FORMAT: Ihr größter Mitbewerber, der ORF, sieht den Start von ATV 2 gelassen …

Bauer: Der ORF hat 41 Jahre gebraucht, bis er mit ORF III und Sport+ neue Sender auf den Markt gebracht hat. Wir machen es nach nur zehn Jahren. Ich bin davon überzeugt, dass die Stärke von Privatsendern in den nächsten Jahren weiter steigen wird.

FORMAT: Panmedia-Chefin Elisabeth Ochsner meint, in 15 Jahren werde es einen Privatsender geben, der so stark ist wie ORF eins oder ORF 2. Realistisch?

Bauer: Es ist schwer, so langfristige Prognosen anzustellen, aber der Trend geht klar in diese Richtung. Das liegt aber nicht allein an der Programmpolitik des ORF. Es wird in Zukunft keine Sehertreue mehr geben. Die Zuschauer wollen Formate, aber keine Sender. Es ist ihnen ganz egal, ob die Sendung, die ihnen gefällt, auf ORF oder auf ATV läuft. Der ORF profitiert derzeit noch von der Sendertreue der Älteren, aber bald ist das nicht mehr der Fall.

FORMAT: Was tun?

Bauer: Dieses Problem haben alle. Am besten, sehr gute TV-Formate entwickeln.

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