Anzeige der FMA zur Causa Immofinanz:
Vorwurf unrichtiger Information im Raum

Die Finanzmarktaufsicht (FMA) hat bei der Staatsanwaltschaft Wien eine Anzeige zu Vorgängen rund um die Constantia Privatbank ein. 39,3 Millionen Stück Immofinanz-Aktien sollen bei Constantia geparkt worden sein. Zusätzlich könnte die Put-Option des größten Immofinanz-Investors die Constantia Packaging 220 Mio Euro kosten.

Nach dem Rücktritt von Immofinanz-Chef Karl Petrikovics gehen jetzt die Wogen hoch. Bei der Staatsanwaltschaft Wien langte eine Anzeige der Finanzmarktaufsicht (FMA) zu Vorgängen rund um die Constantia Privatbank ein. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft bestätigte FORMAT gegenüber den Erhalt.

Unrichtige Informationen
Die Constantia, deren Boss bis zum Sommer ebenfalls Petrikovics war, managte bis vor kurzem die Immofinanz und deren Tochter Immoeast. In der Sachverhaltsdarstellung der FMA geht es um § 255 Aktiengesetz. Der bedroht einen Vorstand oder Aufsichtsrat mit Strafe, wenn er "in Berichten, Darstellungen oder Übersichten … die Verhältnisse der Gesellschaft oder mit ihr verbundener Unternehmen oder erhebliche Umstände … unrichtig wiedergibt, verschleiert oder verschweigt" (Strafrahmen: bis zu einem Jahr).

Vorwürfe zu Immofinanz-Aktien
Dem Vernehmen nach dürften die Vorwürfe der FMA unter anderem im Zusammenhang mit 39,3 Millionen Stück Immofinanz-Aktien stehen, die in drei Töchtern der Constantia geparkt waren. Diese Papiere soll die Bank mit einem Darlehen der Immofinanz erworben haben. Gemeldet wurde allerdings nie, dass sich knapp neun Prozent der Immofinanz im Besitz der Constantia befanden. Karl Petrikovics hatte immer signalisiert, die Papiere seien für Kunden der Bank treuhändisch gehalten worden.

Brisante Put-Option
Anfang März 2008 übernahm der Investor Rudolf Fries die Aktien-Pakete und ist seither der größte Einzelaktionär der Immofinanz. Fries war zu dem Deal nur gegen Sicherheiten bereit und erhielt bei seinem Einstieg eine Put-Option, die ihn berechtigt, seine Immofinanz-Aktienpaket zu einem kolportierten Kurs von sieben Euro an die Constantia Packaging abzugeben. Die Papiere haben seit Abschluss des Geschäftes rund 220 Millionen Euro an Wert verloren. Sollte Fries von seinem Rückgaberecht Gebrauch machen, dann muss die Constantia Packaging BV diesen Verlust einstecken.

Von Andreas Lampl und Barbara Nothegger

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