Anlegerentschädigung für Wertpapierfirmen (AeW) in Bedrängnis

Eine für morgen, Freitag, angesetzte Generalversammlung der Anlegerentschädigung für Wertpapierfirmen verspricht einiges an Spannung. Die Gesellschaft will von ihren Mitgliedern eine Kapitalspritze in Höhe von 50 Millionen Euro.

Diese werden von der AeW dringend benötigt, denn in den letzten Wochen sind Forderungen von geschädigten AMIS-Anlegern eingegangen, deren Prozesskosten das Budget der AeW weit überschreiten und diese an den Rand des Konkurses bringen.

Es gilt aber als unwahrscheinlich, dass die knapp 100 in Österreich tätigen Wertpapierfirmen bei der Kapitalerhöhung mitziehen werden, weil die meisten dazu gar nicht in der Lage sind. Gelingt die Aufstockung nicht, wird die AeW nächste Woche wohl Konkurs anmelden müssen. Dies hätte fatale Folgen: Ohne Anlegerentschädigung müsste die Finanzmarktaufsicht (FMA) den Wertpapierfirmen auch die Konzession entziehen.

Die letzte Hoffnung ruht nun auf der Republik. AeW-Chef Michael Lubenik: „Ohne Hilfe der Republik, etwa in Form einer Haftungsübernahme, wird es keine Anlegerentschädigung mehr geben.“ Dann wäre die Republik erst recht wieder gefordert, denn das EU-Recht schreibt eine funktionierende Anlegerentschädigung vor.

- Angelika Kramer

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