'Alle Entscheidungen gemeinsam getroffen':
Ex-Flughafenvorstand Domany im Gespräch

Es war sein Kopf, der nach Bekanntwerden des Skylink-Debakels als erster rollte: Christian Domany war bis Februar 2009 Vorstandsmitglied am Flughafen Wien. Zuständig für Planung und Errichtung des Flughafenterminals, wurde er zuletzt als Hauptverantwortlicher für die massiven Kosten- und Terminüberschreitungen auf der Skylink-Baustelle ausgemacht. Das will sich der 60-Jährige nun nicht länger gefallen lassen. Im Interview mit FORMAT geht er in die Offensive: "In den fünf Jahren sind alle Entscheidungen gemeinsam getroffen worden", rechtfertigt sich Domany. Und zieht so gegen seine ehemaligen Vorstandskollegen Christoph Kaufmann und Gerhard Schmid ins Feld.

Im Gespräch mit FORMAT beruft sich Domany auf das Aktienrecht, demzufolge der gesamte Vorstand für sämtliche Entscheidungen die Verantwortung trage, also auch für Bauprojekte, aber sogar bis hin zu Beschlüssen über "Dressen für eine Fußballmannschaft."

Im Vorstand ging es bei diesen Beschlüssen zwar nicht immer harmonisch zu, wie Domany gegenüber FORMAT eingesteht: "Es waren oft harte Verhandlungen, manchmal auch lautstarke, aber wir sind insbesondere vor den Mitarbeitern immer als gemeinsamer Vorstand aufgetreten."

Wie aber war es möglich, dass ein 400 Millionen-Euro-Bauprojekt derart aus dem Ruder lief und nun voraussichtlich das Doppelte kosten wird? Der Ex-Vorstand führt das vor allem auf die Entscheidung zurück, keinen Generalunternehmer mit dem Vorhaben beauftragt zu haben: "Als ich 2004 in den Flughafenvorstand gekommen bin, habe ich genau dieselbe Frage gestellt. Damals war die Antwort: Es ist besser für das Unternehmen, keinen Generalunternehmer zu beschäftigen", so Domany. Verantwortung dafür will der ehemalige Generalsekretär der Wirtschaftskammer aber nicht tragen: "Diese Entscheidung fiel vor meiner Zeit", rechtfertigt sich Domany gegenüber FORMAT.

Hoffen auf Rechnungshofprüfung?
Von ungewohnter Seite erhofft sich der frühere Vorstand nun Unterstützung: Die Rechnungshofprüfung des Wiener Flughafens, der eine lange Debatte über die Zuständigkeit der Behörde vorangegangen war, stimmt Domany zuversichtlich: "Ich bin sehr froh, dass es diese Prüfung gibt. Und ich werde jetzt auch die Möglichkeit haben, mit meinen Aussagen einen Beitrag zur Aufklärung zu leisten."

Selbst Kritik an dem Vorhaben, eine Abfertigung und mehrere Monatsgehälter einzuklagen, lässt Domany nicht gelten: "Ich bin mir sicher, dass ich in jeder Phase für das Unternehmen das Richtige getan habe."

Lesen Sie das Interview im FORMAT und auf www.format.at !

(red)

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