A-Tec: Rettung in letzter Sekunde

Der Industrielle darf sich über gleich fünf Angebote für die insolvente A-Tec-Gruppe freuen.

Es blieb bis zuletzt spannend. Bis Donnerstag, den 30. Juni, hatte A-Tec-Boss Mirko Kovats Zeit, einen Investor für den im Oktober des Vorjahres in die Insolvenz geschlitterten Industriekonzern aufzutreiben. Mit Ausnahme der tschechisch-slowakischen Investmentgruppe Penta hielten sich sämtliche Interessenten noch kurz vor dem großen Lostag bedeckt. „Alle Bieter hatten Angst davor, dass etwas nach außen sickert“, sagt ein Verhandler gegenüber FORMAT. Denn sobald die Angebote offiziell sind, wäre es leicht, sie zu überbieten.

Zur Überraschung vieler gibt es nun gleich fünf Offerte: Neben Penta rittern auch der britisch-französische Private-Equity-Fonds Astorg und die indische Essar-Gruppe um die A-Tec. Angebote legten auch ein Finanzinvestor aus London sowie ein chinesischer Industrieriese, den Kovats auf seinen vielen Peking-Visiten – der 62-Jährige war allein heuer fünfmal dort – gekeilt hat. Allerdings sollte Kovats die Sektkorken nicht zu früh knallen lassen. Die Angebote sind zwar verbindlich, müssen aber noch nachverhandelt werden: laut FORMAT-Informationen nimmt der A-Tec-Aufsichtsrat alle Offerte bei einer Sitzung am Dienstag, dem 5. Juli, unter die Lupe. Es werden Verbesserungsvorschläge besprochen, wenig später soll Kovats mit den Bietern weiterfeilschen, „bis die A-Tec das Beste für die Mitarbeiter und Gläubiger herausgeholt hat“, heißt es.

Danach will der Aufsichtsrat die Angebote in weiteren Sitzungen neuerlich prüfen, ehe das beste Offert voraussichtlich Mitte August bei einer Hauptversammlung abgesegnet wird. Das Geld an die Gläubiger fließt danach wie vereinbart bis Ende September – mindestens 225 Millionen Euro.

– S. Jelincic

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