A-Tec-Pleite: Allein in Österreich wackeln 375 Jobs, 310 in Graz und 65 in Wien

Harte Zeiten für die Mitarbeiter der am Mittwoch in die Insolvenz geschlitterten A-Tec-Anlagenbautochter AE&E: Allein in Österreich wackeln 375 Jobs, 310 am Standort in Graz und 65 weitere in Wien.

Werner Dietl, Betriebsrat der Wiener Niederlassung, hofft, dass sich rasch ein Käufer für AE&E Österreich findet. „Uns läuft die Zeit davon, wir können keine neuen Aufträge annehmen, der Betrieb steht praktisch still.“ Groß ist die Sorge auch in Graz. Betriebsrat Herbert Löwenstein betont, dass es um Existenzen gehe. Eine rasche Zerschlagung der AE&E-Gruppe, die mit weltweit 5.200 Mitarbeitern zuletzt 1,8 Milliarden Euro umsetzte, wird immer wahrscheinlicher.

Interessenten hoffen jetzt, profitable Töchter billig herauskaufen zu können, darunter Investor Ronny Pecik, der schon in der Vorwoche gemeinsam mit der steirischen Christof Gruppe die AE&E kaufen wollte, aufgrund zu hoher Verbindlichkeiten der Firma – angeblich 1,5 Milliarden Euro – aber doch wieder absprang. Zu den begehrten Herzstücken der AE&E-Gruppe gehört die Schweizer Firma Von Roll Inova, die kroatische Đuro Đakovic und die Österreich-Tochter. Neben Pecik, Andritz und Christof haben zahlreiche ausländische Unternehmen Interesse an einzelnen Töchtern bekundet, darunter die tschechische Vitkovice Machinery.

Eine unerfreuliche Wende hat der Sanierungsfall auch für die Anleihezeichner genommen, darunter internationale Schwergewichte wie der US-Fonds Basso. Ihnen sind die Hände im Kampf um ihr Geld gebunden, weil es ihnen untersagt ist, ihre Interessen eigenständig zu vertreten: Ein obsoletes Gesetz aus dem Jahr 1874 unterstellt sie einem Kurator. Nur er erhält, wie es jetzt bei der A-Tec geschieht, interne Informationen zum Sanierungsfall. Dass es rechtlich nicht vorgesehen ist, diese an die Anleihezeichner weiterzugeben, sorgt für Unmut – auch im Hinblick auf künftige Investitionen in den österreichischen Kapitalmarkt. Das Gesetz gehöre dringend überarbeitet, so der Vorwurf, weil es nationale wie internationale Anleihezeichner abschrecke.

Im Fall A-Tec gibt es aber auch eine frohe Botschaft: Laut FORMAT- Informationen sollen Anleihezeichner mindestens 50 Prozent ihrer Forderungen erhalten und nicht wie befürchtet nur 30.

- Silvia Jelincic

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