9/11-Spezialist Mathias Bröckers im Interview

9/11-Spezialist und Bestsellerautor Mathias Bröckers sein aktualisiertes 9/11 Buch (Zehn Jahre danach; Verlag Westend), die offenen Fragen um den 11. September 2001 und das Versagen der „Mainstream-Medien“. Ich treffe Mathias Bröckers im Cafe des Hotel Imperial. Es ist ein heißer Sommernachmittag, Bröckers kommt pünktlich und gut gelaunt. Der 'taz'-Mitbegründer und zeitweilige 'Zeit'-Kolumnist hat einen Interviewmarathon hinter sich, dies ist sein letzter Termin heute, später möchte er mit einem alten Freund Essen gehen. Er bestellt Kaffee, ich schalte das Band ein.

FORMAT: Herr Bröckers, wo waren Sie am 11. September 2001?

Bröckers: Ich war daheim und arbeitete gerade an einem Buch über Verschwörungstheorien. Ein Freund rief mich an, ich möge doch sofort den Fernseher anstellen. Da sitze ich wie der Rest der Welt und dachte: das gibts doch gar nicht, das kann nicht wahr sein. Das Verblüffende, abgesehen von den Bildern: circa nach 45 Minuten tauchte erstmals der Name von Al-Qaida-Chef Osama bin Laden als Drahtzieher und Mastermind der Anschläge auf. Am Anfang war es nur ein Verdacht, nach zwei Stunden stand er für die Medien bereits als Täter fest. Dabei ist es geblieben.

FORMAT: Ein Versagen der Medien also?

Bröckers: Klar, denn das alles hat für mich schon gefühlsmäßig nicht gepasst und ich habe angefangen über die Ungereimtheiten auf telepolis (Anm: www.telepolis.de) ein Tagebuch zu schreiben und das wurde dann eine Serie von 60 Folgen oder mehr. Verschwörungstheorien haben ja die Eigenschaft, dass sie komplexe Ereignisse auf einfache Ursachen und einen Sündenbock reduzieren und werden dann oft als Propaganda benutzt. Ich dachte aber, da werden schon die Investigativkollegen von ARD, SPIEGEL u.s.w rangehen, das passierte aber nicht. Ich habe nur weitergemacht, weil ich den Eindruck hatte, dass unsere Branche versagt hat. Da wurde ein Koffer mit einem Bin-Laden Video gefunden und niemand hat die einfachsten Fragen gestellt.

FORMAT: Welche Fragen?

Bröckers: Also: Bin Laden hat ja nach den Anschlägen via Video – das seither offiziell nicht mehr gezeigt wird – jede Beteiligung zurückgewiesen. Irgendwo am Hindukusch in einem angeblich eilig verlassenen Haus fand die CIA einige Monate später ein anderes Videoband, das künftig als ultimativer Beweis dienen sollte: Verwackelte Aufnahmen zeigen einen Mann, der Ähnlichkeiten mit Osama hat und sich zu den Anschlägen bekennt. Wir (Anm.: Arabisten der Uni Hamburg) haben nachgewiesen, dass die Übersetzungen, die auf CNN liefen, unkorrekt waren. Es kann auch niemand sagen, ob der Mann auf dem Video tatsächlich Bin Laden ist. Er hatte auf jeden Fall erstaunlich an Gewicht zugelegt.

FORMAT: Klingt ja so, als könne man mit solch dürftigem Beweis keinen Ladendieb vor Gericht stellen.

Bröckers (lacht): Sie haben Recht, vermutlich nicht. Außerdem war Al-Qaida logistisch nie in der Lage, Anschläge dieser Dimension durchzuführen.

FORMAT: Sie schreiben in ihrem Buch, dass 89% der Deutschen die offizielle Geschichte nicht glauben. Ich denke, das muss man schon differenzierter sehen: kann ja auch sein, dass sie bloß kleine Ungereimtheiten vermuten, dass sie die Story aber im Kern für wahr halten. In den USA wurde die Public Relations-Branche von einem Enkel Freuds 1928 erfunden. Kann doch sein, dass man uns diese wahre Geschichte, oder diese Geschichte, die sich so ähnlich zugetragen hat, einfach nur gut 'verkaufen' will?

Bröckers: Ich sage nur, es ist sehr, sehr wahrscheinlich, dass die offizielle Version nicht stimmt. Diese 19 Männer und Bin-Laden in Afghanistan waren nicht in der Lage, ein solch kompliziertes Ereignis durchzuführen.

FORMAT: Sie bieten in Ihrem Buch keine Lösung des 9/11-Rätsels, keine neue Verschwörungstheorie, sondern wollen die Ungereimtheiten des offiziellen Abschlussberichts, des „Commission Report“ von 2004 nachweisen. Was ist der Kern Ihrer Kritik?

Bröckers: Keiner hat sich die Mühe gemacht nachzufragen und zu recherchieren. Der „Commission Report“ ist von vorne bis hinten ein wunderbares Narrativ. Das ist Doku-Fiction, das heißt: Wo ich keine Beweise habe, füge ich 'Spielszenen' ein. Und zwar an den entscheidenden Stellen: Wer hat das alles geplant, wer hat das finanziert?

FORMAT: Von der Frage der Finanzierung ist mir nichts bekannt.

Bröckers: Das ist grotesk: damit hat sich der 'Commission' Report mit dem Hinweis, das sei irrelevant gar nicht beschäftigt.

FORMAT: Was ist sonst noch faul an dem, wie Sie es nennen, Narrartiv von Osama und den Teppichmessern?

Bröckers: Alle relevanten Aussagen bezüglich Planung von 9/11 stammen ja von Khalid Sheikh Mohammed, der seit 8 Jahren in Guantánamo sitzt und gefoltert wird (Anm.:Waterboarding). Und der dann alles ausgesagt hat und noch viel mehr.

FORMAT: Sind seine Aussagen überprüfbar?

Bröckers: Die 9/11 Commission (handverlesene Leute von George Bush) wollte Khalid Sheikh Mohammed verhören. Ging nicht. Dann wollten sie die Verhörer sprechen, aber auch das war nicht möglich. Das einzige, was die Kommission bekommen hatte, waren die Protokolle. Aber die könnten auch wir beide geschrieben haben.

FORMAT: Jetzt sind zehn Jahre vergangen, Bush ist nicht mehr Präsident. Sie verlangen eine Aufklärung, eine neue Untersuchungs-kommission. Was kann man von Obama erwarten? Was tun die Angehörigen der Opfer bzw. deren Anwälte?

Bröckers: Obama führt leider die Außenpolitik der Bush-Administration fort. Guantánamo ist weiter in Betrieb, und die USA führen Krieg in Afghanistan und im Irak. Viele Opfer wurden großzügig entschädigt, mit der Auflage, rechtlich keine weiteren Schritte zu unternehmen. Einige wenige sind wütend, haben kein Geld genommen und verlangen Aufklärung.

FORMAT: Wie kann diese Aufklärung aussehen? Bin Laden wurde ja vor kurzem getötet, sein Leichnam auf hoher See bestattet.

Bröckers: Es wird schwierig. Die Archive mit den Protokollen und Untersuchungen werden erst in 25 Jahren geöffnet. Auch bei der Ermordung von John F. Kennedy hat es Jahrzehnte gedauert, bis die Einzeltätertheorie verworfen wurde. Ich habe mich zehn Jahre intensiv mit der Thematik befasst und werde keine weiteren Bücher mehr zu diesem Thema schreiben.

FORMAT: Zurück zum 'Versagen' der Medien. Sie meinen, niemand hätte nachgefragt, recherchiert. Auch aus Angst, Inserate zu verlieren. Glauben Sie nicht, dass jeder Journalist der Welt sofort eine Story geschrieben hätte, wenn es denn eine andere gegeben hätte. Ist es nicht verständlich, dass diese offizielle Version eine so gewaltige, wirkmächtige Geschichte ist, dass jede andere Theorie dagegen verblasst? Es gibt Helden (Überlebende und Feuerwehrleute), Schurken (Osama, Kalidh Sheikh Mohammed, Mohammed Atta), und mit dem Tod Osamas ein 'Happy-End'. Schwer zu schlagen, oder?

Bröckers: Das mag schon sein, heißt aber nicht, dass es so gewesen ist.

FORMAT: Was ist denn Ihre 9/11-Theorie?

Bröckers: Meine Meinung ist irrelevant, mir geht es um Fakten.
Diese Fakten inklusive aller Quellen haben wir auch im Internet veröffentlicht. Ich glaube nicht, dass 19 Hijacker alleine imstande waren, die Twin Towers zum Einsturz zu bringen. Meine persönliche Theorie: Die Flugzeuge wurden ferngesteuert und in die Türme gelenkt.

FORMAT: Herr Bröckers, ich danke Ihnen für dieses Gespräch.

- Interview: Marko Locatin (8. 9. 2011 FORMAT-Online)

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