7 Top-Manager verraten in FORMAT, worauf es bei Erfolg ankommt

Aleksandra Izdebska: DiTech-Gründerin

„Ich stelle immer wieder alles infrage und bin selten mit etwas wirklich zufrieden.“

Fast die Hälfte der Menschen ergreifen die falschen Berufe, weil sie nicht um ihre Talente und Interessen wissen“, ist Aleksandra Izdebska überzeugt, die mit ihrem Mann Damian Izdebski (Bild) das IT-Handelshaus DiTech gegründet und zum Erfolg geführt hat. „Seine Talente zu erkennen ist die Voraussetzung für Erfolg“, sagt die gebürtige Polin und meint: „Es ist ein großer Startvorteil, wenn bereits im Elternhaus Werte wie Selbstdisziplin beim Erreichen von Zielen hochgehalten werden – und gleichzeitig der Horizont der Möglichkeiten erweitert wird.“ Izdebskas Prinzip: „Ich stelle immer wieder alles infrage und bin selten mit etwas zufrieden, sonst geht ja nichts weiter.“ Diese Offenheit für Veränderung und der Mut, dann den ersten Schritt zu setzen, zu investieren und durchzuhalten, unterscheide erfolgreiche von weniger erfolgreichen Unternehmen.

René Benko: Gründer und Geschäftsführer der Signa Holding

„Es geht vor allem um Einsatzbereitschaft und das nachhaltige Verfolgen seiner Ziele.“

Erfolgreiche Manager haben viel mit Spitzensportlern gemeinsam, ist René Benko, Gründer und Geschäftsführer des Immobilienunternehmens Signa, überzeugt. „Natürlich braucht es ein gewisses Talent, dann aber geht es vor allem um Einsatzbereitschaft und das nachhaltige Verfolgen seiner Ziele“, so Benko, der sich diese Eigenschaften als Jugendlicher beim Hallenklettern erarbeitet hat. Die Herkunft oder das ursprüngliche soziale Umfeld prägen zwar, seien aber kein Erfolgsgarant, genauso wenig wie die richtigen, erfahrenen Mentoren. Benko: „Umfeld und Glück können natürlich helfen, aber es kommt darauf an, durchzuhalten und die Dinge mit Selbstvertrauen tatsächlich zum Abschluss zu bringen.“ Der gebürtige Tiroler hatte das Glück, früh in den Immobilienbereich hineinschnuppern zu können: „Das hat meine Leidenschaft geweckt, und die hält bis heute an.“

Hannes Ametsreiter: Generaldirektor Telekom Austria Group

„Ich bin überzeugt, dass das soziale Umfeld in den ersten Jahren entscheidend ist.“

Der Weg zu einer Spitzenposition im Beruf? „Theoretisch eine gute Ausbildung und ein interessanter Lebenslauf“, meint dazu Telekom-Austria-Chef Hannes Ametsreiter. „In der Praxis“, weiß der Manager, „zählen daneben aber auch soziale Kompetenz und Gespür sowie die Bereitschaft, die ‚Extrameile‘ zu gehen.“ Stellt für einen Hochschulabsolventen das erworbene Wissen das wichtigste Karriere-Asset dar, werde im Laufe einer Karriere das „Know-who“ immer bedeutender. Was karrieretechnisch immer wichtig ist: „Durchschlagskraft, Persönlichkeit und zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein.“ Erfolg ist für ihn nicht genetisch veranlagt, die Weichen dafür werden aber früh gestellt: „Das soziale Umfeld der ersten, persönlichkeitsprägenden Jahre zeichnet einen Entwicklungspfad vor.“ Sein Aufstiegs- Tipp: „Raus aus Komfortzonen, Herausforderungen suchen.“

Antonella Mei-Pochtler: Boston Consulting

„Erfolgreiche Menschen scheuen den Wettbewerb nicht, sondern sie suchen ihn!“

Eine wesentliche Voraussetzung für Erfolg sei die Entwicklung einer Kernkompetenz, die einen differenziert, sagt Antonella Mei- Pochtler, Senior Partnerin bei der Boston Consulting Group. Das alleine reiche aber nicht aus. Willens- und Leistungskraft und ein hohes Maß an Energie seien notwendig, um aus Kompetenz Erfolg zu machen. Erfolgreiche Menschen scheuen den Wettbewerb dabei nicht, sondern suchen ihn. Das gelte oft schon für die Wahl der Universität: „Man kommt nirgends an die Spitze, wenn man sich nicht permanent schwierigeren Aufgaben stellt.“ Das soziale Umfeld, in das man hineingeboren wird, könne höchstens ein Startvorteil sein, so die Managerin. Aber letztlich gehe es um Eigenverantwortung, Leistungswillen und Durchhaltevermögen. Sie selbst hat sich nicht so sehr von einem Ziel leiten lassen, sondern von dem Weg dorthin.

Gerald Grohmann: CEO SBO

„Wenn man in einem Job eine gute Visitkarte abgibt, ergeben sich weitere Chancen von selbst.“

Willensstärke, hohe Eigenmotivation und eine Extraportion Energie gehören für Gerald Grohmann, CEO von Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment (SBO), zu den wichtigsten Anforderungen eines Führungsjobs: „Nach einem 14-Stunden-Flug sitze ich in Amerika oft gleich noch in einer Besprechung.“ Seinen Erfolgsweg ging er Schritt für Schritt: „Wenn man in einem Job eine gute Visitkarte abgibt, ergeben sich weitere berufliche Chancen von selbst.“ So arbeitete sich der gelernte Techniker vom Projektingenieur über Jobs als Projektleiter und Geschäftsführer kleinerer Firmen in die Vorstandsebene. „Führung lernt man in kleinen Einheiten“, sagt der Sohn eines Unternehmers, der sich nun als Vater von vier Kindern über deren Ausbildung und Berufswege Gedanken macht: „Ich versuche zwar, meinen Kindern die beste Ausbildung zu ermöglichen, aber zu einem Studium zwingen würde ich sie nie.“

Georg Pölzl: Generaldirektor Österr. Post AG

„Leute auswählen, für die nicht ihr persönlicher Erfolg, sondern der des Unternehmens zählt.“

Post-Generaldirektor Georg Pölzl beurteilt Führungsnachwuchs in zwei Dimensionen: erstens seine inhaltlich-intellektuelle Kompetenz, Problemstellungen zu erfassen und Knackpunkte zu erkennen, und zweitens die persönliche und charakterliche Eignung, zu der auch Team- und Kommunikationsfähigkeit zählen. „Lernfähig und offen für Feedback zu sein“, zählt für den promovierten Techniker, der seine Karriere als Berater bei McKinsey startete, T-Mobile in Österreich aufbaute und dann in die Zentrale der Deutschen Telekom berufen wurde, zum wichtigsten Rüstzeug künftiger Manager. „Für einen neuen Job habe ich mich nie aus finanziellen Erwägungen entschieden, sondern um Dinge zu bewegen und zu verändern“, erklärt Pölzl seine Karrieremotivation. Für sein Umfeld wählt er Leute, die Leistung über den Erfolg des Gesamtsystems definieren und das Gemeinsame in den Vordergrund stellen.

Karl Sevelda: Raiffeisen Bank International

„Habe mich für Bankkarriere entschieden, weil ich mit Firmenkunden etwas bewegen wollte.“

Als junger Banker hatte Karl Sevelda bei der CA ein klares berufl iches Ziel – und darüber hinaus weitere Interessen. Ersteres war auf das Firmenkundengeschäft gerichtet, Letztere fanden Ausdruck im Engagement als Betriebsrat sowie in der Politik. „Wertvolle Jahre“ nennt er die Zeit im Kabinett von FPVizekanzler Norbert Steger – von der neben fachlichen und politischen Einblicken auch ein Kontaktnetzwerk blieb. Als Mitbegründer des Liberalen Forums blieb er politisch engagiert, berufl ich aber im Bankgeschäft: „Das Firmenkundengeschäft ist das, was ich immer tun wollte – es war für mich nie bloß Arbeit, sondern die Faszination, gemeinsam mit Kunden Projekte umsetzen, etwas zu bewegen zu können.“ Auf Fachkompetenz gründet auch der Erfolg nach dem Wechsel in den RZB-Vorstand sowie nun als stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Raiffeisen Bank International.

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