50 Erfindungen, die ihr Leben erleichtern

Sprüh-kleider, Lungen aus dem Reagenzglas, Moskito-Laser oder Sprachroboter als Englischlehrer in Koreas Klassenzimmern – das US-Magazin „Time“ hat die besten Erfindungen des Jahres gewählt. FORMAT präsentiert diese und die ­besten zehn Innovationen aus Österreich.

Sie klingt wie die Wunschliste eines technikverliebten Teenagers. Doch für Investoren in den USA ist sie gleichbedeutend mit der jährlich verkündeten Ernteprognose oder der neuesten Analyse der weltweiten Ölreserven durch die OPEC. Zum Jahreswechsel veröffentlicht die Redaktion des renommierten US-Magazins „Time“ die Liste der besten 50 Innovationen. Produkte und ­Ideen, die sich in dieser Liste wiederfinden, sind für Investoren und Konsumenten gleichermaßen „hot“, denn sie zeigen die technologische und kommerzielle Zukunft in den wichtigsten Lebensbereichen.

In der „Time“-Liste für 2010 finden sich etwa ­Apples iPad neben Kleidung, die aus der Spraydose kommt, elektronisch gesteuerte Beinprothesen, die Gelähmte wieder gehend machen, neben einer Waschmaschine, die fast ohne Wasser auskommt. Über 80 Prozent der präsentierten Innovationen sind bereits marktreif oder in Anwendung, 20 Prozent befinden sich in einem letzten Teststadium, sind aber schon als Prototypen verfügbar. Es handelt sich nicht um Spinnereien von durchgeknallten Erfindern, sondern um Innovationen mit wesentlicher Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung des jeweiligen Herkunftslandes.

2009: 33.000 neue Patente in den USA

„Time“ veröffentlicht diese Liste nicht ohne eine gehörige Portion Patriotismus, denn hier dominieren eindeutig Innovationen, die im vergangenen Jahr in den USA entwickelt wurden. Damit bestätigt „Time“ die simple Regel, dass nur Forschung und Innovationen Wirtschaftswachstum garantieren. Die USA sind als weltweite Wirtschaftsmacht Nummer 1 auch Pa­tentweltmeister. Selbst im Krisenjahr 2009 wurden in den Vereinigten Staten rund 33.000 Patente angemeldet. Das sind rund 8.000 Innovationen mehr, als Patent­europameister Deutschland 2009 aufweisen konnte. Die Deutschen bringen es auf rund 25.000 Anmeldungen. Asien-Meister Japan folgt mit rund 20.000 Patenten mit Respektabstand. Österreich liegt mit rund 1.500 Anmeldungen 2009 im guten europäi­schen Mittelfeld, noch vor Finnland und Spanien.

Österreichische Unternehmen investieren in Innovationen

Sehr erfreulich ist dabei die hohe Bereitschaft kleiner und mittlerer Unternehmen in Österreich, auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten in innovative Produkte zu investieren. 2009 gab es gleich viele Patent­anmeldungen wie 2008. Infrastrukturministerin Doris Bures: „Die heimischen Betriebe sind auch in der Not erfinderisch und sorgen dafür, dass Österreich bei der Innovationsleistung im internationalen Spitzenfeld liegt. Die Unternehmen verschaffen sich damit einen immensen Startvorteil für die Zeit nach der Krise.“

Wie ernst der Faktor Innovation inzwischen von Österreichs Unternehmen genommen wird, zeigen die ständig steigenden Zahlen der Teilnehmer an den zahlreichen heimischen Innovationspreisen. So haben sich 2009 mit 639 Unternehmen gleich um elf Prozent mehr Firmen um den Staatspreis für Innovation bemüht als im Jahr davor. Vor allem aus dem Umweltbereich haben sich überdurchschnittlich viele Firmen mit ihren Innovationen beteiligt.

Staatspreis für ÖKO-Unternehmen

Der Staatspreis ging auch an ein Öko-Unternehmen, die steirische Hightech-Firma Bender, für ein auf UV-Licht basierendes Trennungssystem für Altglas, welches sich bereits in der praktischen Anwendung bei Recyclingunternehmen befindet. „Öko-Innovationen, wie sie dieses Unternehmen entwickelt, schaffen die Basis für intelligentes Wachstum und bringen uns neue Absatzmärkte im Export. Um neu durchzustarten, braucht Österreich gerade jetzt möglichst viele Betriebe, die auf Forschung und Entwicklung setzen“, betonte Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner bei der Preisverleihung.

Ideen bedeuten auch Geld

Elf Prozent der Exporte werden mit Hochtechnologieprodukten erzielt. Ein Wert, der verbesserungswürdig ist, denn in diesem Bereich war die heimische Wirtschaft schon einmal stärker. 2002 lag die Hightech-Exportquote schon bei 15,7 Prozent. Anstrengungen zahlen sich dabei auf alle Fälle aus, denn heute erwirtschaftet Österreich schon 13,6 Prozent seines Bruttonationalprodukts aus Umsätzen durch Innovationen. Das kann allerdings nur funktionieren, wenn die Ideen der Erfinder auch international geschützt werden.

2011 könnte mit der längst fälligen Änderung des europäischen Patentrechts zu einem wichtigen Jahr werden. Zwar ist das Gemeinschaftspatent der EU im Vorjahr gescheitert, doch Österreich ist eines von zehn EU-Ländern, die sich für eine verstärkte Zusammenarbeit beim Rechteschutz starkmachen. Bures: „Wir beteiligen uns an dieser Initiative, um auch kleinen und mittleren Unternehmen einen besseren und sehr viel billigeren Zugang zu einem EU-weiten Patentschutz zu ermöglichen.“ Unterstützung erhält Bures auch von Wirtschafts-kammerpräsident Christoph Leitl. „Die vielen innovationsstarken Unternehmen in Österreich werden von einer Senkung der europaweiten Patentkosten und der größeren Rechtssicherheit profitieren.“ Kammer und Regierung erhoffen sich dabei wichtige Impulse für eine weitere Erhöhung der heimischen Forschungsquote. Hier liegt Österreich mit 2,75 Prozent des BIP an fünfter Stelle der EU. Leader Finnland investiert fast vier Prozent in die Forschung.

– Christian Neuhold

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