280 Quadratmeter für 99 Euro: Benko will Elsner-Penthouse für ein Jahr verlosen

Wenn der Prozess um Helmut Elsners Luxusbleibe gewonnen wird, will Immo-Investor René Benko die Nobelwohnung für ein Jahr verlosen: eine originelle Idee.

Die Flaute am Immobi­lienmarkt macht es derzeit für Investoren schwierig, mit guten Deals im Gespräch zu bleiben. Der Tiroler Immobilieninvestor René Benko ( im Bild ) aber versteht es schon länger, sich medienwirksam in Szene zu setzen. Vor gut einem Jahr erwarb er mit seiner Signa Holding 16 Prestige-Liegenschaften der Bawag, kurz darauf die Filetstücke des Immobilienport­folios der Bank Austria.

Wohnrecht für ein Jahr
Jetzt lässt der 31-Jährige mit einer originellen Idee aufhorchen, die ihm sicher eine Menge Aufmerksamkeit einbringen wird. Benko will, so hat er FORMAT verraten, das Wohnrecht für ein Jahr im berühmt-berüchtigten Luxus-Penthouse von Ex-Bawag-Boss Helmut Elsner verlosen. Die Liegenschaft befindet sich auf dem Dach der Bawag-Zentrale, die Signa erworben hat und in ein Hotel samt Shoppingcenter umbauen wird. Wohnen wie Elsner auf 280 Quadratmetern für 99 Euro pro Jahr! „Den Erlös würde ich natürlich für einen guten Zweck spenden“, meint Benko.

Als PR-Gag gedacht
Ähnlich wie die derzeit boomenden Lotterien bei Einfamilienhäusern – vor kurzem wurde das erste Objekt in Kärnten verlost – will auch der erfolgreiche Immobilienunternehmer vorgehen: Aber nicht, weil er Angst hat, sonst keinen Käufer zu finden, er sieht die Sache eher als kreativen PR-Gag. Benko hat vor, Lose im Wert von 99 Euro pro Stück aufzulegen. Der Gewinner kann dann ein Jahr lang in Bestlage über der Wiener City residieren – samt 64-Quadratmeter-Terrasse.

Rechtsstreit noch im Gange
Die Aktion verspricht enorme Nachfrage. Bis René Benko seine exquisite Verlosung tatsächlich starten kann, dürfte aber noch eine Weile vergehen. Denn um das Penthouse ist ein verworrener Rechtsstreit entbrannt: Die Wohnung, die Elsner viele Jahre lang zu einem Spottpreis von der Bawag gemietet hatte, befindet sich ­mittlerweile im Eigentum von Helmut Elsners Frau Ruth. Die Bawag prozessierte gegen sie und gewann Anfang Oktober in erster Instanz.

Kaufpreis als Zankapfel
Die Bank argumentiert, dass die Transaktion 2005 unrechtmäßig zustande gekommen sei, weil nicht der ganze Aufsichtsrat darüber informiert wurde. Stein des Anstoßes ist vor allem der Kaufpreis: Das Appartement hatte um läppische 475.000 Euro plus Umsatzsteuer den Besitzer gewechselt, das ist ein Bruchteil des tatsächlichen Marktwertes. Ruth Elsner ging dennoch in die Berufung, und ihr Anwalt kün­digte an, sogar zum Obersten Gerichtshof ziehen zu wollen.

Verlosung kann dauern
Benko muss das Urteil noch abwarten. Gewinnt die Bawag den Prozess, erhält Benko gegen eine geringfügige Optionsprämie die Wohnung, so ist es vereinbart. Die Mühlen der ­Jus­tiz mahlen allerdings langsam, und so könnte sich die Ver­losung noch etwas hinziehen.

Von Barbara Nothegger

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