1. April: Verhaftung von Julius Meinl V.
Banker muss für 24 Stunden ins Gefängnis

Julius Meinl V. sitzt in der Justizanstalt Josefstadt. Der Inhaftierung des Eigentümers der Meinl Bank AG ging laut FORMAT eine mehr als vier Stunden dauernde Einvernahme durch den ermittelnden Staatsanwalt Markus Fussenegger voran. Die Wiener Anklagebehörde verdächtigt den 49-jährigen Bankiers des Anlegerbetrugs, der Provisionsschinderei und der Untreue im Zusammenhang mit der Affäre Meinl European Land (MEL, heute: Atrium). Gerhard Jarosch, Sprecher der Staatsanwaltschaft Wien, bestätigt gegenüber FORMAT: "Julius Meinl wurde in Haft genommen." Der Grund für das akute Einschreiten: "Fluchtgefahr."

Meinl dürfte sich im Zuge des Verhörs mehrfach in Widersprüche verwickelt haben. Offiziell hatte er stets betont, niemals in Unternehmensentscheidungen rund um MEL oder die ebenfalls börsenotierten Firmen Meinl Airport International (MAI) und Meinl International Power (MIP) involviert gewesen zu sein. Laut FORMAT-Informationen dürfte Meinl von zumindest drei Personen schwer belastet worden sein. Deren Fazit: Julius Meinl V. ist der diskrete Strippenzieher bei MEL, MAI und MIP.

Auslöser für die Ermittlungen waren die Vorgänge um die frühere "Meinl European Land", eine in Wien notierte, aber auf Jersey sitzende Immobiliengesellschaft, in der nach massiven Zertifikatsrückkäufen ein Kurssturz erfolgt war.

Im Gefängnis muss sich Meinl eine Zelle mit Stefan Matschiner , dem ehemaligen Manager des Radprofis Bernhard Kohl teilen. Nach einem Tag wird Julius Meinl V. gegen eine Kaution von 100 Mio. Euro und weitere Auflagen vorläufig wieder in die Freiheit entlassen.

Meinl kämpft um Kaution
Aufgrund von Forderungen von Anlegern, die Kaution für Schadenersatzansprüche zu verwenden, verlangen Meinls Anwälte eine Sicherstellung der 100 Millionen. Nachdem die Meinl Bank und deren Eigentümervertreter Julius Meinl V. die Abberufung des Gutachters Thomas Havranek erwirken, drängen Meinls Anwälte auf einen Enthaftungsantrag. Im Falle eines Erfolges müssten die 100 Mio. Euro, die Meinl als Kaution hinterlegt hatte, zurückerstattet werden.

Für Multimillionär Meinl gilt die Unschuldsvermutung. Die Ermittlungen in der Affäre um Meinl European Land (MEL) und Meinl Bank gehen indes weiter.

(FORMAT/APA/red)

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