Bundespräsidentenwahl rettet Österreichischer Post das Ergebnis

Bundespräsidentenwahl rettet Österreichischer Post das Ergebnis
Bundespräsidentenwahl rettet Österreichischer Post das Ergebnis

Georg Pölzl und seine Post sind bereits die Gewinner der Bundespräsidentenwahl: Die zwei Wahlrunden haben der Post das Ergebnis gerettet.

Ein Gewinner der Bundespräsidentenwahl steht fest: Die Österreichische Post. Der operative Gewinn ist dank des erhöhten Briefaufkommens und des Paketgeschäfts leicht gestiegen. Der Nettogewinn ist allerdings rückläufig.

Das gestiegene Briefaufkommen rund um die zwei Wahlgänge der Bundespräsidentenwahl im April und Mai hat auch das Geschäft der Österreichischen Post AG kräftig angetrieben. Zudem wurden trotz des zunehmenden Wettbewerbs mehr Pakete ausgeliefert.

Operativ konnte die Post im 1. Halbjahr 2016 zulegen, wegen der Konsolidierung der deutschen trans-o-flex geriet der Umsatz aber deutlich ins Minus. Das Betriebsergebnis (Ebit) legte um 2,2 Prozent auf 98,6 Millionen Euro zu, vor allem das zweite Quartal hat das Ergebnis gerettet - das operative Ergebnis (EBIT) ist um 11,7 Prozent auf 47,6 Millionen Euro gestiegen. Das Briefgeschäft begünstigt durch die zwei Wahlgänge der Bundespräsidentwahl, aber auch der Sparkus waren dafür wesentlich maßgebend. Unterm Strich ist der Nettogewinn allerdings um 4,7 Prozent auf 73,8 Millionen Euro gesunken.

"Wir hatten ein sehr starkes zweites Quartal und ein Rekordergebnis im 2. Halbjahr", sagt der Post-Vorstandsvorsitzende Georg Pölzl. Als eines der neuen Produkte, die sehr erfolgreichen liefen, nannte er die Energiekosten-Rechner. Obwohl er erst seit Mitte Juli flächendeckend zur Verfügung steht wurden bereits 7.977 Beratungen durchgeführt und 1.421 Neuverträge abgeschlossen.

Kennzahlen

Trotz des erhöhten Brief- und Paketaufkommens ging ist der Umsatz um 8,8 Prozent auf 1,07 Milliarden Euro zurück. Die Ursache dafür ist im Verkauf der Logistiktochter trans-o-flex zu finden. Bereinigt um den Verkauf von trans-o-flex Anfang 2016 hätte der Umsatz um 2,3 Prozent zugelegt.

Der Personalaufwand der Post verringerte sich durch den Verkauf der deutschen Logistiktochter um 1,2 Prozent auf 545,3 Millionen Euro. Negativ zu Buche schlug jedoch unter anderem ein Zinseffekt bei den Personalrückstellungen.

Der Cash Flow aus der Geschäftstätigkeit erhöhte sich auf 107,7 Millionen Euro.

Der Kurs der Post-Aktie (AT0000APOST4) stieg nach Bekanntgabe der Ergebnisse leicht auf 31,23 Euro.

Attraktive Dividende

Zudem sicherte das Management den Aktionären die Fortsetzung einer "attraktiven Dividendenpolitik" zu. Für 2015 wurden 1,95 Euro je Aktie gezahlt. Investieren will die Post im laufenden Jahr insgesamt 70 bis 80 Millionen Euro.

Die Baustelle in der Türkei

Zum Streit mit dem türkischen Paketzusteller Aras, bei dem die Post ihren Anteil von 25 auf 75 Prozent erhöhen will, hieß es am Donnerstag ad hoc: "Es gibt jedoch Auffassungsunterschiede hinsichtlich der Umsetzung des Optionsvertrages sowie der Bewertung der Anteile mit dem derzeitigen Mehrheitseigentümer, sodass die Österreichische Post bis auf weiteres den 25 Prozent-Anteil so wie bisher at Equity bilanzieren wird."

Der Streit mit Aras Kargo will die Post vor dem Genfer Schiedsgericht ausfechten, wie Post-Chef Georg Pölzl am Mittwoch bestätigt hat. "Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir unser Recht in der Türkei durchsetzen können", sagte Post-Chef Pölzl am Mittwoch in einem Radiointerview mit dem Österreichischen Rundfunk (ORF). In Teilaspekten habe die Post bereits Recht bekommen, sagte er ohne Details zu nennen. Dass es in der Türkei eine anti-österreichische Stimmung gebe, wies der Manager zurück.


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Aus Sicht der Post sei der weitere Anteilserwerb vor etwa drei Jahren rechtsverbindlich vereinbart worden, sagte Pölzl. "Inzwischen hat eine Person aus der Familie, mit der wir diesen Vertrag geschlossen haben, die Meinung geändert und ist jetzt der Meinung, man müsse mehr erzielen als damals vereinbart war."

Pölzl kritisierte heute, dass ein "wortbrüchiger Partner zu seltsamen Mitteln greift". "Wir halten uns an Verträge, was man nicht von allen Partnern sagen kann", so Pölzl. Er will sich von seinen Plänen nicht abbringen lassen. Für die Türkei würden hohe Wachstumsraten erwartet und Aras Kargo habe sich bisher gut entwickelt. Der Post-Chef will daher weiter investieren. In einigen Wochen werde etwa der größte und modernste Logistikhub in Istanbul eröffnet, sagte Pölzl.

Die von der Aras-Kargo-Chefin kolportierte anti-österreichische Stimmung in der Türkei und im Unternehmen, bezeichnete der Post-Chef als "Unsinn". "Es gibt keine anti-österreichische Stimmung in der Türkei, weder bei den Mitarbeitern der Firma Aras noch generell", sagte Pölzl. Vielmehr gebe es ein großes Interesse in dem Land an einer guten Zusammenarbeit mit österreichischen Firmen. Trotz des rüden Tons aus Istanbul glaubt Pölzl weiterhin an eine gütliche Lösung.

Das Schiedsgerichtverfahren sei noch nicht eingeleitet worden, man habe aber bereits bei einer rechtlichen Auseinandersetzung einen juristischen Erfolg erzielen können. Er werde jedenfalls in den nächsten Wochen mehrmals in die Türkei reisen. Die offiziellen Seiten wären bisher sehr an Rechtssicherheit für Investoren interessiert, so Pölzl.

Positiver Ausblick

Zum Ausblick teilte das Unternehmen mit: "Die aktuellen Trends und die gute Performance im zweiten Quartal 2016 veranlassen die Österreichische Post, ihren Ausblick für das Gesamtjahr 2016 unverändert beizubehalten."

Im Gesamtjahr soll das Ebit das Niveau des Vorjahres von 198 Millionen Euro erreichen. Beim Umsatz erwartet die Post einen Rückgang auf 2,0 (Vorjahr: 2,4) Milliarden Euro. Der Hauptgrund für den Umsatzrückgang ist auf den Verkauf der Tochtergesellschaft trans-o-flex per 8. April 2016 zurückzuführen.

Das Päckchen

Mit Jahresbeginn 2017 bringt die Post das "Päckchen" für Inlandssendungen auf den Markt. Es soll so einfach zu handhaben sein wie ein Brief, aber zusätzlich noch eine Sendungsverfolgung bieten. Angeboten werden zwei Päckchen mit jeweils maximal 2 Kilo - einmal so klein dass es ins Brieffach passt, einmal größer. Bei den Inlandspaketen ändert sich nichts.

Der Standardbrief bleibt mit 68 Cent gleich, darüber gibt es noch den Brief "M" bis 75 Gramm, erklärte am Donnerstag Postchef Georg Pölzl bei der Präsentation der Halbjahresbilanz. Dabei verwies er auf ein Rekordergebnis im 1. Halbjahr, das insbesondere im 2. Quartal stark gelaufen sei.

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