Waldbilanz: 40 Mio. € Schaden durch Klimawandel und Borkenkäfer

Waldbilanz: 40 Mio. € Schaden durch Klimawandel und Borkenkäfer

Die vorläufige Waldbilanz 2019 der Österreichischen Bundesforste ist erschreckend. Rund 80 Prozent der gesamten Jahres-Holzernte sind Schadholz. Borkenkäfer und Klimawandel setzen dem Wald zu. Die Kosten aus dem Klimawandel liegen 2019 bei 41 Millionen Euro.

„Der Klimawandel gönnt uns keine Verschnaufpause. Ein Jahr mit Wetterextremen folgt auf das nächste“, konstatiert OBf-Vorstand Rudolf Freidhager. Das Jahr 2019 war besonders von Wetterextremen geprägt. Die können nun auch aus der vorläufigen Waldbilanz 2019 der Österreichischen Bundesforste (ÖBf) herausgelesen werden: 80 Prozent der gesamten Jahresmenge von rund 1,4 Millionen Erntefestmeter sind Schadholz. Ein Großteil davon stammt von Schäden durch Stürme und Schneebruch.

Freidhager: „Nach außergewöhnlich großen Schneemengen zu Beginn des Jahres begleitet von starkem Schneebruch folgten überdurchschnittlich trockene Monate und schließlich der wärmste Juni seit Messbeginn. Die niederschlagsarmen Sommermonate begünstigen den Borkenkäfer, der insbesondere in den Lagen nördlich der Donau erneut zu hohen Käferraten geführt hat.“ Darauf folgende Starkniederschläge hatten Hangrutschungen, Gerölllawinen, Vermurungen von Forststraßen und örtliche Verklausungen zur Folge.

Der gefürchtete Borkenkäfer ist mittlerweile auch in Gebirgslagen bis zu 1.800 Meter Seehöhe anzutreffen. 2019 war das Borkenkäferaufkommen in Gebieten wie Kobernaußer Wald, Mühlviertel und Waldviertel erneut besonders massiv.

Die Folgen des Klimawandels

Die Effekte werden sich auch im kommenden Jahresergebnis widerspiegeln. "Durch Mehrkosten bei Käferprävention und Holzernte sowie Mindererlösen durch Schadholz rechnen wir heuer mit Klimawandelkosten von 41 Millionen Euro, was etwa einem Fünftel der Betriebsleistung entspricht“, erklärt Georg Schöppl, Vorstand für Immobilien und Finanzen.

Gegenüber dem Vorjahr haben sich die Klimawandelkosten damit fast verdoppelt (2018: 23,6 Mio.), innerhalb von drei Jahren nahezu verdreifacht (2017: 15,7 Mio.). Das hinterlässt auch auf den Holzmärkten und in der Bilanz deutliche Spuren. Wegen der großen Mengen an Holz, die derzeit am zentraleuropäischen Markt sind, haben sich die Frachtkosten im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt, die Holzerntekosten nahezu verdreifacht. Die Holzpreise hingegen haben um bis zu 20 Prozent nachgegeben.

2019 haben die Bundesforste zudem 12,2 Millionen Euro in Waldpflege investiert, davon 5,7 Millionen in Käferprävention und drei Millionen in Schutzwälder. Ähnlich hohe Investitionen werden auch 2020 wieder erforderlich sein.

Umbau der Wälder

Gleichzeitig muss der Waldumbau vorangetrieben werden, um die Bestände klimafit zu machen „Die Trockenheit setzt Österreichs Wäldern zunehmend zu“, sagt ÖBf-Vorstand Freidhager. „Nach den letzten überdurchschnittlich warmen Jahren sind die Waldbestände mancherorts bereits geschwächt."

Der bereits eingeschlagene Weg, die Wälder wieder zu arten- und strukturreichen Mischwäldern umzubauen, die stabiler und Wetterextremen besser gewachsen sind, müsse daher konsequent fortgesetzt werden. Der Fokus liegt dabei auf Baumarten, die mit Trockenheit und Stürmen besser zurechtkommen.“

Für die 120 Forstreviere in Österreich haben die Bundesforste neue Zukunftskonzepte erstellt, in denen die Waldbewirtschaftung bis 2100 an zukünftige Klimabedingungen angepasst wurde. „Wir wollen den nächsten Generationen grüne und intakte Wälder hinterlassen, die nicht nur uns Menschen, sondern auch unzähligen Tieren und Pflanzen einen unersetzlichen Schutz-, Nutz- und Lebensraum bieten“, betont Freidhager.

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