Britische Wirtschaft unter Schock: Konjunktur bricht ein

Britische Wirtschaft unter Schock: Konjunktur bricht ein
Britische Wirtschaft unter Schock: Konjunktur bricht ein

Das letzte Mal gab es nur 2009 einen schärferen Rückgang beim britischen Einkaufsmanagerindex.

Stimmung und Auftragslage der britischen Wirtschaft verschlechterte sich im Juli deutlich. Ein temporär oder ein erster Vorgeschmack auf eine starke Rezession Großbritanniens? Und die Auswirkungen an den Börsen.

Es ist ein Absturz mit Ansage. Zahlreiche Ökonomen haben den Niedergang der britischen Wirtschaft nach dem Brexit-Votum angekündigt. Nun nimmt das Drama offenbar seinen Lauf. Jüngste Konjunkturdaten lassen erahnen, welche Vollbremsung die Wirtschaft der Insel hinlegen könnte. Der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe ist auf ein Dreieinhalbjahrestief gesunken. Dieser ist von 52,4 Prozent im Juni auf 48,2 Prozent im Juli zurückgegangen. Ein stärkerer Rückgang als von Analysten erwartet.

Ebenso beunruhigend die Entwicklung des britischen Bausektors. So sind die Bauaktivitäten im Vergleich zum Vorjahr im Juni ins Minus gedreht und laut dem Construction PMI Acitivity Indes ist mit minus 2,5 Prozent der Rückgang so stark wie während der vergangenen 17 Jahre nicht. Nur 15 Prozent der von IHS Markit befragten Baufirmen meldeten eine stärkere Bautätigkeit, 23 Prozent hingegen ein Rückgang. "Die Abkühlung zeigt sich in mehreren Bereichen durch Auftragsstornierungen, weniger Neugeschäft und verschobene Projekten” so Chris Williamson, Chefökonom von Markit.

„Der magere Start in das dritte Quartal ist ein weiterer Schlag für einen Sektor, der im zweiten Quartal ohnehin schon in eine Rezession geschlittert ist“, so IHS Markit in einer Analyse. Einen deutlichen Rückgang verzeichnen sowohl der private als auch der gewerbliche Hausbau. Für den „Alle Sektoren-Index“ PMI erwartet IHS Markit einen Rückgang von 47,3 auf 51,9. Auch das entspreche dem steilsten Rückgang seit 2009.

Abwarten und Tee trinken?

„Das Ausmaß der Rückgänge bleibt jedoch äußerst Ungewiss und hängt stark von der Reaktion der Politik auf die schwachen Daten ab“, so Williamson. Der Ökonom geht davon aus, dass die englische Notenbank die Zinsen auf ein Rekordtief von derzeit 0,5 Prozent auf 0,25 Prozent senken wird und erwartet zusätzliche Maßnahmen, mit der das Land, wie die Eurozone, die Wirtschaft mit einer Geldschwemme aufpeppelt.

Derzeit lassen Umfragen ein Schrumpfen der Wirtschaft um 0,4 Prozent im dritten Quartal erwarten. Zu Jahresanfang war die britische Wirtschaft noch um 0,4 Prozent gewachsen. Doch vielleicht kommt es doch nicht ganz so heftig wie manche Experten vermuten. “Man muss abwarten wie die Politik und die Unternehmen nach dem ersten Schock auf das Brexit-Votum hin, reagieren.

Die Wahrscheinlichkeit für eine Rezession liegt laut einer Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters unter Experten von 16 Banken bei 60 Prozent. Demnach könnte sowohl im laufenden Quartal als auch im letzten Vierteljahr 2016 das Bruttoinlandsprodukt stagnieren oder sogar schrumpfen.

Die scharfe Bremsung der britischen Wirtschaft verunsichert auch Anleger. Der britische Stimmungsdämpfer drückt deutlich auf die Kurse. Der Deutsche Aktienindex Dax gab seit dem gestrigen 1. August um 2,7 Prozent nach. Der britische Aktienindex FTSE 100 hat sich allerdings vergleichsweise gut gehalten und und seit Montag weniger als ein Prozent verloren.

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