Bosch im Dieselgate-Krimi: Führt die Spur nach Wien?

Bosch im Dieselgate-Krimi: Führt die Spur nach Wien?

In der Dieselgate-Affäre gerät nun auch der VW-Zulieferer Bosch zunehmend unter Druck. Laut einer Klagschrift aus Kalifornien soll Bosch die Verwendung der entsprechenden Software akribisch verfolgt haben. Zudem ist eine Email aufgetaucht, die das Bosch-Forschungszentrum in Wien ins Zentrum der Aufmerksamkeit rückt.

In der Diesel-Affäre gerät der deutsche VW-Zulieferer Bosch zunehmend unter Druck. Die TV-Sender NDR und WDR, sowie die Süddeutsche Zeitung zitieren eine 740 Seiten schwere Klagschrift aus Kalifornien, laut der Bosch über Jahre hinweg die Entwicklung und auch die Nutzung seiner Software durch VW akribisch verfolgt haben soll. "Ohne Einverständnis des Zulieferers konnte der Autokonzern die Software, die für die Dieselmanipulationen genutzt worden war, offenbar nicht verändern. Das hatte sich Bosch vertraglich ausbedungen," heißt es im brisanten Bericht der Süddeutschen Zeitung: Dadurch kommen die Zulieferer nun zunehmend in Erklärungsnot. Im Jahr 2008 soll Bosch laut Klagschrift auch ausdrücklich verlangt haben, von jeglicher Haftung freigestellt zu werden - der Autokonzern verweigerte den Haftungsausschluss damals allerdings.

Schwerwiegend für den Standort Österreich ist überdies ein Bericht der "Bild am Sonntag", laut dem Bosch Österreich an der Manipulation maßgeblich beteiligt gewesen sein soll. Die Zeitung zitiert aus einer Email zwischen der VW-Tochterfirma IAV und Bosch Österreich. In Wien betreibt der Konzern ein Forschungszentrum.

Wie aus dem Papier hervorgeht, bat das Berliner Unternehmen IAV, das zu 50 Prozent VW gehört, Bosch Österreich im Sommer 2008 um Hilfe. So störte die Start-Stopp-Funktion offenbar die Betrugssoftware („Akustikfunktion“). Am 23. Juni 2008 antwortete der Zeitung zufolge ein leitender Bosch-Mitarbeiter aus dem Bereich „Entwicklung Steuergeräte“: „Da es sich hier um eine Erweiterung der Akustikfunktion (Zykluserkennung) handelt, ist es uns aus rechtlichen Gründen nicht erlaubt hier eine ‚saubere‘ Funktionsumsetzung vorzuschlagen. Wir werden bei diesem Themenkomplex lediglich Ihre Spezifikationen 1:1 umsetzen. Danke für Ihr Verständnis.“

Auf Anfrage von trend.at bei Bosch heißt es, dass Bosch den Sachverhalt zur aktuellen Abgasthematik intern kläre: "Wir sind auch in ständigem Kontakt mit den verantwortlichen Behörden. Darüber hinaus unterstützt unsere Zurückhaltung in der externen Kommunikation die konstruktive Zusammenarbeit mit den Behörden. Es handelt sich um eine sensible juristische Angelegenheit." Daher könne man sich zu diesem Thema nicht weiter äußern.

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