Boeing 737 Max darf 2019 nicht mehr starten

US-Luftfahrtbehörde sieht noch großen Aufklärungsbedarf, wsa Boeing freilich anders sieht. Aber auch China äußert weiterhin Bedenken. Ein Ex-Manager erhebt schwere Vorwürfe gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber Boeing.

Boeing 737 Max darf 2019 nicht mehr starten

Washington/Seattle/Chicago. Die US-Luftfahrtbehörde FAA macht dem US-Flugzeugbauer Boeing keine Hoffnung auf eine schnelle Entscheidung über den umstrittenen Mittelstreckenjet 737 Max. Heuer werde das Modell keine Starterlaubnis mehr bekommen, sagte FAA-Chef Steve Dickson am Mittwochabend bei einer Anhörung vor US-Abgeordneten.

Vor einer erneuten Zulassung seien fast ein Dutzend Punkte zu bearbeiten. Boeing drohten zudem Strafzahlungen, falls Informationen über Probleme nicht rechtzeitig weitergegeben worden seien.

Vor gut einem Jahr war in Indonesien eine 737 Max der Fluggesellschaft Lion Air abgestürzt, 189 Menschen kamen dabei ums Leben. Im März forderte der Absturz einer Maschine gleichen Typs der Ethiopian Airlines 157 Menschenleben. Seitdem muss das Modell weltweit am Boden bleiben, was die Fluggesellschaften teils vor große Herausforderungen stellt. Die beiden Maschinen waren nach bisherigen Erkenntnissen vor allem wegen der fehlerhaften Steuer-Software MCAS abgestürzt, die einen Sturzflug automatisch verhindern soll. Für Boeing ist die vorübergehende Stilllegung des einstigen Hoffnungsträgers ein Desaster: Eine weitere signifikante Verzögerung bei der Zulassung könnte den Konzern dazu zwingen, die Produktion der 737 Max herunterzufahren oder sogar einzustellen.

Auch in China äußerte die dortige Behörde Bedenken hinsichtlich der Zuverlässigkeit und Sicherheit des Flugzeugs auf der Grundlage der vorgeschlagenen Änderungen an Software und Flugsteuerungssystemen. Ein Sprecher der chinesischen Zivilluftfahrtbehörde bekräftigte, dass das Flugzeug vor der Wiederaufnahme des Betriebs in China erneut zertifiziert werden müsse. Zudem müssten die Piloten umfassend geschult werden.

Die FAA kündigte auch Untersuchungen der Fertigung bei dem Airbus-Rivalen an, nachdem ein ehemaliger Boeing-Manager scharfe Kritik an den Produktionsabläufen geübt hatte. "Ich habe eine Fabrik im Chaos erlebt", sagte der Manager Ed Pierson ebenfalls vor den US-Abgeordneten. Termindruck und die Erschöpfung von Arbeitern gingen zu Lasten von Qualität und Sicherheit.

Boeing hielt dem entgegen, man habe regelkonform mit Sicherheitsmaßnahmen und Software-Updates auf den Absturz im Oktober 2018 reagiert.

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