Deutsche Autoindustrie fährt die Produktion runter

Nach Daimler und VW fährt auch BMW die Produktion runter Der bayrische Autohersteller wird bis Mitte April die Produktion größtenteils stoppen. Betroffen ist auch das Werk in Steyr. Die Mitarbeiter sollen zum Teil in Kurzarbeit geschickt werden.

Deutsche Autoindustrie fährt die Produktion runter

München. Nach Volkswagen und Daimler hat auch der deutsche Autobauer BMW angekündigt wegen der Coronavirus-Pandemie die Produktion herunterzufahren. BMW erwartet heuer einen Rückgang von Absatz und Gewinn. "Der absehbaren Entwicklung der Nachfrage auf den weltweiten Automobilmärkten begegnet die BMW Group mit einer frühzeitigen Anpassung ihrer Produktion", erklärte der Konzernchef Oliver Zipse am Mittwoch.

Die Mitarbeiter sollen größtenteils in Kurzarbeit geschickt werden. Vorstand und Betriebsrat hätten auf die verstärkte Nutzung von Kurzarbeit bereits Einigung erzielt. Das gilt sowohl für Werke in Deutschland als auch in Österreich.

Für das Dieselmotorenwerk in Steyr wurde ein Produktionstop bis zum 19. April angekündigt. In Steyr sind 4500 Mitarbeiter beschäftigt. Die Mitarbeiter sollen am Donnerstag informiert werden.

Zipse betonte, BMW nutze "hoch flexible und wirksame Arbeitszeitinstrumente" und werde so die "Arbeitsfähigkeit im Unternehmen weiterhin sicherstellen". BMW will seine Mitarbeiterzahl 2020 aber auf dem Niveau des Vorjahres halten.

Die Rekordergebnisse bei Auslieferungen und Umsatz aus dem Vorjahr wird BMW 2020 aber wohl nicht halten können: Der Münchner Autohersteller erwartet, dass ein starker Nachfragerückgang sowie die Werksschließungen infolge der Coronavirus-Pandemie die Zahlen im laufenden Geschäftsjahr erheblich drücken werden. Folglich werde der Konzerngewinn vor Steuern gegenüber den jüngst verkündeten 7,1 Milliarden Euro aus dem Vorjahr voraussichtlich "deutlich zurückgehen".

Dabei verzeichnete BMW auch zuletzt noch gute Verkaufszahlen - in einem insgesamt auch vor den zunehmenden Einschränkungen durch die Corona-Pandemie schon deutlich schrumpfenden Markt. Wie der europäische Herstellerverband ACEA in Brüssel am Mittwoch erklärte, gingen die Neuzulassungen im Februar EU-weit um 7,4 Prozent zum Vorjahresmonat auf rund 957.000 zurück.

Der Autoabsatz dürfte im laufenden Jahr deutlich unter Vorjahresniveau liegen. BMW erwarte im Autogeschäft eine Ebit-Marge zwischen 2 und 4 Prozent nach 4,9 Prozent im vergangenen Jahr.

Die Bänder stehen still

Der Konkurrenz der deutschen Autobauer geht es kaum besser. Ford, Nissan und Toyota haben ebenso einen Shutdown ihrer Produktionen in Europa angekündigt.

US-Autohersteller Ford hatte bereits angekündigt aufgrund der Corona-Pandemie in Europa ihre Fabriken vorläufig zu schließen.

Nissan will neben den Werken in Europa auch Produktionsstätten in Indonesien runterfahren, teilte der Konzern am Mittwoch mit. In Nordamerika liefen die Bänder indes weiter.

Toyota habe daher entschieden, die Fertigung in seinen Fahrzeug- und Motorenwerken schrittweise herunterzufahren. Betroffen seien Standorte in Frankreich, Großbritannien, Polen, der Tschechischen Republik und der Türkei.

Toyota begründete den Schritt sowohl mit den Folgen der Pandemie auf die Teileversorgung der Fabriken und zunehmenden Problemen in der Logistik als auch mit dem Gesundheitsschutz für die Mitarbeiter. Die Versorgung mit Ersatzteilen für Kundenfahrzeuge solle aufrechterhalten bleiben. Ebenso würden Arbeiten fortgeführt, die für einen reibungslosen Neustart der Produktionsbänder und die künftige Tätigkeit der Werke wichtig seien. Neue Fahrzeugprojekte würden mit dem notwendigen Personal ebenfalls weitergeführt.

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