BMW forciert Produktion für die E-Autosparte

Der bayrische Autohersteller BMW erhöht die Produktionskapazität in der E-Auto-Produktion im Werk Dingolfing bei München. Die Bayern könnten sich dabei Vorteile gegenüber Tesla erhoffen. Infolge der Coronavirus-Epidemie muss der US-Autopionier die Produktion in China stoppen.

BMW forciert Produktion für die E-Autosparte

BMW legt vorzeitig nach und erhöht Produktionskapazitäten - in der Fläche und auch bei der Kopfzahl.

München. Der Münchner Autokonzern BMW erweitert die Kapazitäten für die Fertigung der E-Autos. Im Kompetenzzentrum für E-Antriebsproduktion in Dingolfing wird bis zum Jahresende die Zahl der Belegschaft von derzeit 600 auf 1400 Mitarbeitern aufgestockt. "Mittelfristig" will BMW die Zahl der Mitarbeiter, die Antriebskomponenten für E-Motoren, Batteriemodule und Hochvoltspeichern herstellen, auf bis zu 2000 Mitarbeiter erhöhen. Gleichzeitig wird im Werk Dingolfing die Produktionsfläche im Kompetenzzentrum für E-Antriebsproduktion von derzeit 8000 auf 80.000 Quadratmeter ausgeweitet.

BMW erhöht eigenen Angaben zufolge nun früher die Kapazitäten. Der Grund sei die erhöhte Nachfrage nach Fahrzeugen mit Elektro-Antrieben sowie sogenannten Hybrid-Modellen, die E-Motoren sowie Verbrennungsmotoren unter der Haube haben.

BMW hat zuletzt mit drei neuen Hybrid-Modellen sowie einem ausschließlich mit E-Motor angetriebenen Modell (Mini Cooper SE) sein Portfolio von elektrifizierten Autos auf zwölf Modelle erhöht. Bis zum Jahr 2023 soll diese Modellreihe auf 25 Typen ausgeweitet werden. Die Hälfte davon soll laut BMW "vollelektrisch" angetrieben werden. Im Jahr 2021 will BMW ein Viertel der Autos, die in Europa verkauft werden, mit E-Motor vom Band fahren.

BMW hat im Jahr 2019 knapp über 2,5 Millionen Autos und über 175.000 Motorräder produziert. Kurz vor Weihnachten 2019 hat BMW den Verkauf von 500.000 Autos mit E-Antrieb bzw. Hybridmotor bekanntgegeben. Im Automobilwerk Leipzig produziert BMW derzeit 900 E-Autos pro Tag. Die Teile für die E-Autos dafür kommen Großteil aus dem Werk Dingolfing.

Um das Volumenwachstum nun weiter anzuschieben wirbt BMW aktiv um neue Mitarbeiter für das Werk Dingolfing. „Wir suchen für die Zukunftstechnologie E-Mobilität derzeit auch am Markt nach Fachkräften“, sagt Michael Nikolaides, Leiter Produktion Motoren und E-Antriebe bei der BMW Group.

Virus und Spekulanten bringen die Vollbremsung

Dass BMW gerade jetzt die Produktionskapazität erhöht, kommt nicht ganz von ungefähr. E-Auto-Pionier Tesla musste unter dem Eindruck der Coronavirus-Epidemie seine Produktion in Shanghai massiv herunterfahren. Tesla soll bereits die Produktion gestoppt haben.

Dies drückt nun auch auf den Börsenkurs, weil Anleger somit nicht mehr damit rechnen, dass Tesla sein Produktionsversprechen von 500.000 Autos halten kann. Alleine in Teslas "Gigafactory" in Shanghai sollen heuer 150.000 Autos vom Band fahren. Es wird bereits damit gerechnet, dass Tesla das Werk in Shanghai auf unbestimmte Zeit schließen muss und somit bei der Auslieferung seiner neuen E-Autos massiv unter Druck und in Verzug kommt.

Die Reaktion an der Börse folgte prompt. Spekulanten mischen kräftig auf. Der Aktienkurs der Tesla-Aktie [ISIN US88160R1014] ist nach zwei massiven Anstiegen Anfang der Woche mit Kurszuwachs von insgesamt rund 40 Prozent zuletzt wieder abgestürzt. Am Mittwoch ist der Tesla-Kurs um zeitweise 20 Prozent in die Tiefe gefahren. Spekulanten wollen nun zum Teil Kasse machen. Zudem wird auf das Papier mit Leerverkäufen kräftig gezockt.

Die BMW-Aktie [ISIN DE0005190003] profitiert derzeit - die Aktie hat gegenüber Mittwoch [5. Februar 2020] um fast ein Prozent am Vormittag zulegen können, der Kurs pendelte sich kurz danach bei 0,7 Prozent plus ein.

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