BMW spürbar eingebremst - Autoabsatz wird schwächer

BMW spürbar eingebremst - Autoabsatz wird schwächer

BMW-Chef Harald Krüger drückt die neue Modelloffensive und ein etwas verhaltener Absatz auf das Ergebnis.

Der Münchner Autokonzern BMW hat im 3. Quartal weniger Gewinn gemacht als davor. Die Gründe sind vielschichtig. Hohe Investition ins Zukunftsgeschäft unter anderem in die Modelloffensive und die Zukunftsthemen drücken den Profit. Und auch die Absatzmärkte in den USA und Großbritannien laufen derzeit nicht so rund wie gewünscht. Der Aktienkurs reagierte umgehend mit Verlusten.

München. Der deutsche Autobauer BMW wird zunehmend von schwächerem Absatzwachstum sowie teuren Investitionen gebremst. Nachdem die weltweiten Auslieferungen bei den Marken BMW, Mini und Rolls Royce im dritten Quartal nur um gut ein Prozent kletterten und Wechselkurse belasteten, musste der DAX-Konzern sein Tempo etwas drosseln.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuernist im 3. Quartal 2017 um 5,9 Porzent auf 2,4 Mrd. Euro gesunken. Die Umsätze sind gleichzeitg um 2,4 Prozent auf 21,04 Mrd. Euro gesuneken bei einer Steigerung der ausgelieferten Autos um 1,2 Prozent auf 590.415 Autos. Unterm Strich (nach Steuern) ist der Gewinn um 1,8 Prozent auf 1,79 Milliarden Euro gesunken.

Die Bayern investierten mehr als vor einem Jahr, zudem stiegen die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung. Im Kerngeschäft, der Autosparte, ging die operative Marge (Ebit) um 0,2 Prozentpunkte auf 8,3 Prozent zurück. Finanzchef Nicolas Peter hatte bereits zum Halbjahresbericht angekündigt, dass BMW in den letzten sechs Monaten des Jahres viel investieren werde.

In den ersten neun Monate 2017 konnte BMW dennoch die Vorgaben des Vorjahres übertreffen. Mit 72,7 Mrd. Euro ist der Umsatz um 5,0 Prozent gestiegen, der Gewinn (EBIT) wurde um 4,2 Porzent auf 7,9 Mrd. Euro gesteigert. Hier spiegeln sich das höhere
Absatzvolumen im Automobil- und Motorradgeschäft sowie die Ausweitung des Geschäftsvolumens im Segment Finanzdienstleistungen wider. Ende September was der Beschäftigtenstand gegenüber dem Vorjahr mit 129.545 Mitarbeitern um 3,9 Prozent höher als zum Vorjahr. 1554 Auszubildende werden im neuen Ausbidlungsjahr bei BMW aufgenommen, davon 12000 in Deutschland.

Auf Jahressicht rechnen die Münchener nun nur noch mit einem Umsatzplus in der Autosparte von bis zu 5 Prozent. Vorher sollten es noch 5 bis 10 Prozent sein. Nach neun Monaten hat BMW ein Plus von 2,3 Prozent aufzuweisen.

Der wiedererstarkte Euro drückte ausßerdem kräftig auf die Erlöse. Insgesamt wuchs der Umsatz mit 0,3 Prozent spürbar schwächer als im bisherigen Jahresverlauf auf 23,4 Mrd. Euro, wie der DAX-Konzern am Dienstag in München mitteilte. Bereinigt um Wechselkurseffekte hätte das Plus bei 3,1 Prozent gelegen, sagte ein Sprecher.

Der Aktienkurs von BMW (ISIN DE0005190003) gab nach Handelsstart um über 1,5 Prozent nach und verliert bis 10:30 Uhr rund 2,2 Prozent gegenüber dem Vortagesschluss. Zwar hob das Unternehmen den Ausblick für das Vorsteuerergebnis an, doch am Markt war ohnehin mit einem besseren Abschneiden gerechnet worden, schrieb Analyst Tim Schuldt von der Investmentbank Equinet. Gleichwohl sei es ein Zeichen der Zuversicht.

Zum einen läuft der Verkauf von Finanzierungsverträgen beim Auto- und Motorradkauf weiter rund. Zum anderen fließt im Vorsteuerergebnis bei BMW auch das Ergebnis der chinesischen Beteiligungen ein. Nun soll es 2017 ein solides Ergebnisplus zwischen 5 bis 10 Prozent vor Steuern werden, vorher standen bis zu 5 Prozent im Plan. Nach neun Monaten hat BMW knapp 10 Prozent erreicht.

Der SUV als Cashcow

Vor allem in den USA und Großbritannien hat BMW aber derzeit einen schweren Stand im Absatz von Autos. Linderung soll unter anderem das neue Modell des Stadtgeländewagens X3 bringen - in den USA sind vor allem SUVs bei den Kunden gefragt, Limousinen dagegen immer weniger. Der in diesem Frühjahr neu eingeführte 5er befindet sich in China noch im sogenannten Hochlauf, soll im weiteren Jahresverlauf aber auch im wichtigsten Automarkt der Welt Impulse liefern. Außerhalb Chinas zogen die Verkäufe des Brot- und Butter-Modells der Münchener zuletzt schon deutlich an.

BMW-Chef Harald Krüger hat bereits im Sommer die größte Modelloffensive der Unternehmensgeschichte ausgerufen. In diesem und dem kommenden Jahr sollen konzernweit rund 40 neue und überarbeitete Modelle Schwung bei Absatz und Rendite bringen.

Doch das Zukunfstgeschäft drückt auf die Marge. Der Kapitalmarkt sieht bereits seit Jahren ein Sinken der Marge in der Autosparte. Mit neuen Autos winken jedoch höhere Verkaufspreise. BMW-Chef Krüger strebt gleichzeitig einen größeren Anteil bei teuren Luxuskarossen an, wie etwa mit dem bulligen neuen SUV X7, wo die Marge höher ist als bei den Limousinen.

Bei der Rendite hat BMW aus Sicht von Analysten vor allem gegenüber Konkurrent Daimler Aufholbedarf. Zudem hat sich der Aktienkurs in diesem Jahr deutlich schwächer entwickelt als der Dax und der Branchenindex der europäischen Autoindustrie. Voriges Jahr hatte BMW nach vielen Jahren die Krone bei Premium-Autos an die Stuttgarter verloren, bei Absatz als auch bei der Profitabilität. Auch heuer liegt BMW bisher zurück: Mercedes-Benz verkaufte in den ersten neun Monaten 1,72 Millionen Pkw, die Marke BMW hingegen 1,54 Millionen.

Geld

In diesen Urlaubsländern kriegen Sie am meisten für Ihren Euro

Sonja Sarközi wird Chefin der russischen Sberbank Europe

Wirtschaft

Sonja Sarközi wird Chefin der russischen Sberbank Europe

Auto & Mobilität

Bau Lobautunnel genehmigt: Stau auf der Tangente ade